Bosch und Daimler: Autos parken fahrerlos

Autor Christoph Seyerlein

Ab Anfang 2018 wollen Daimler und Bosch einige Testfahrzeuge im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums in Stuttgart ohne Fahrer ihren Parkplatz finden lassen. Die Konzerne sehen im fahrerlosen Parken die Chance, Parkraum deutlich effizienter zu nutzen.

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Ab Anfang 2018 startet der fahrerlose Kundenbetrieb im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums in Suttgart.
Ab Anfang 2018 startet der fahrerlose Kundenbetrieb im Parkhaus des Mercedes-Benz Museums in Suttgart.
(Bild: Daimler)

Bosch und Daimler haben am Montag in Stuttgart ein gemeinsames Projekt zum fahrerlosen Parken in Parkhäusern vorgestellt. Ab Anfang 2018 sollen extra dafür ausgestattete Modelle aus dem Daimler-Konzern im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart per App-Befehl ohne Fahrer zu einem vorher ausgewählten Parkplatz finden.

Möglich macht das ein Zusammenspiel der Parkhausinfrastruktur und der Fahrzeugtechnik. Dabei überwachen installierte Sensoren im Parkhaus den Fahrkorridor und dessen Umfeld und steuern so das Auto. Die Technik im Auto setzt die Befehle der Parkhaus-Sensoren in Fahrmanöver um. Erkennt das System Hindernisse, beispielsweise Personen auf dem Fahrkorridor, soll das Auto von selbst stoppen. Die Infrastruktur des Parkhauses hat Bosch entwickelt, Daimler passt die Sensorik und Software in den Pilotfahrzeugen entsprechend an.

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Kunden sollen den ganzen Vorgang per App steuern können. In einer ein- bis zweijährigen Pilotphase ab Anfang 2018 – sofern es die Zulassungsbehörde abgesegnet hat – wird das Ganze dann so aussehen: Ein Nutzer des Dienstes reserviert per App ein Auto, das zum Antritt der Fahrt in die „Pick-up Area“ des Parkhauses vorfährt. Will der Kunde das Auto wieder zurückgeben, fährt er es in die „Drop-off Area“. Von der jeweiligen „Area“ aus steuert das Auto dann autonom den ihm zugewiesenen Parkplatz an.

Mit dem eigenen Auto wird das Ganze zunächst noch niemand ausprobieren können, der im Parkhaus parken möchte. Im ersten Schritt ist das nur mit den speziell ausgestatteten Pilotautos möglich. Das System basiere im Wesentlichen aber auf Technologien, die es heute schon in vielen Fahrzeugen gebe, hieß es von Daimler. Auch die Infrastruktur lasse sich in vielen Bestandsparkhäusern installieren, hieß es von den beiden Konzernen.

Daimler will mit Hilfe des Projekts Erfahrungen über den Umgang der Nutzer mit dem automatisierten „Valet Parken“ sammeln. Vorteile soll das System aber auch für die Allgemeinheit haben: Daimler und Bosch zufolge nutzt die Technik Parkraum wesentlich effizienter aus als der Mensch. Bis zu 20 Prozent mehr Autos könnten so auf die gleiche Fläche passen, sagen die Konzerne.

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