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Bosch will weitere 1.000 Arbeitsplätze abbauen

| Autor / Redakteur: dpa / Andreas Wehner

Die Nachfrage nach Dieselfahrzeugen sinkt, die Branche steuert Richtung E-Autos um. Für viele Zulieferer hat das negative Folgen. Auch für große Traditionsunternehmen.

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(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Der Automobilzulieferer Bosch will weitere 1.000 Arbeitsplätze abbauen. Betroffen ist der Geschäftsbereich Automotive Steering (Lenksysteme) im baden-württtembergischen Schwäbisch Gmünd.

„Wir müssen jetzt handeln, um uns mit einer tiefgreifenden Restrukturierung wieder wettbewerbs- und damit zukunftsfähig zu machen“, teilte der Vorsitzende des Bereichsvorstands, Christian Sobottka, am Donnerstag mit. Die „Stuttgarter Zeitung“ und die „Rems-Zeitung“ berichteten zuvor darüber.

Derzeit sind 5.000 Mitarbeiter am Bosch-Standort in Schwäbisch Gmünd beschäftigt. Erst am vergangenen Dienstag hatte Bosch bereits bekanntgebeben, dass angesichts der sinkenden Nachfrage nach Diesel- und Benzinautos in den kommenden zwei Jahren gut 1.600 Arbeitsplätze abgebaut werden. Betroffen sind Jobs in der Antriebssparte an den Standorten in Stuttgart-Feuerbach und Schwieberdingen.

Eine Standortvereinbarung aus dem Jahr 2017 hatte in Schwäbisch Gmünd bereits einen Abbau von Hunderten Arbeitsplätzen bis Ende 2022 vorgesehen. Dieser Abbau soll jetzt um weitere 1.000 Stellen ausgeweitet werden.

Eine Sprecherin sagte am Freitag auf Anfrage, Ziel sei es, den Stellenabbau sozialverträglich zu gestalten und auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. „Ob uns das gelingen wird, wird man sehen.“ Man wolle dazu zügig mit Arbeitnehmervertretern ins Gespräch kommen. Auch an den Standorten in Stuttgart-Feuerbach und Schwieberdingen sollten betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden, hieß es von Bosch.

Empörung in der Belegschaft

Der Bosch-Betriebsratschef am Standort Schwäbisch Gmünd, Alessandro Lieb, sagte, die Mitarbeiter hätten mit Empörung und Bestürzung auf die Nachricht des Stellenabbaus reagiert. „Viele sind betrübt und haben berechtigte Existenzängste“, sagte er. Es sei nicht akzeptabel, dass die Belegschaft über Kostensenkungsmaßnahmen und einen Personalabbau die Zeche für die schwierige Lage zahlen müsse, „denn ich sehe dort schon auch ein Stück weit Missmanagement“.

„Das ist eine Herausforderung für uns“, sagte unterdessen ein Sprecher der Stadt Schwäbisch Gmünd. Oberbürgermeister Richard Arnold (CDU) habe mit der Geschäftsleitung und dem Betriebsrat gesprochen. Er setze darauf, dass der Standort nicht grundsätzlich infrage gestellt, sondern neu ausgerichtet werde. „Wir stehen zu Schwäbisch Gmünd als Leitwerk. Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit sind weiter unsere Kernziele“, betonte Sobottka.

Bosch beschäftigt weltweit momentan rund 410.000 Menschen, davon 140.000 in Deutschland. Bei dem Unternehmen hängen nach Angaben vom Mai weltweit etwa 50.000 Arbeitsplätze allein vom Diesel ab.

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