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Brennstoffzellenautos: Noch auf Sparflamme

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Jan Rosenow

Schon beim Aufbruch in die Elektromobilität hakt es spürbar. Warum sich dann noch eine weitere neue Antriebstechnik samt aufwendiger Infrastruktur ans Bein binden? Doch es sprechen viele gute Gründe für die Brennstoffzelle.

(Bild: Copyright 2015 Eric Shambroom Photography)

Als Mitte Juni in Norwegen eine Wasserstofftankstelle explodierte und daraufhin nicht nur in dem skandinavischen Land, sondern sogar teilweise in Deutschland die Wasserstoffversorgung eingestellt wurde, da hätte es schon wieder vorbei sein können mit der Brennstoffzelle. Letztlich stellte sich heraus, dass ein Montagefehler an einem der Hochdruck-Speichertanks den Unfall herbeigeführt hatte. Doch bei manchen Verbrauchern dürfte der Vorfall – ebenso wie Nachrichten über berstende Erdgastanks – für Verunsicherung gegenüber der neuartigen Antriebstechnik gesorgt haben.

Die Wahrscheinlichkeit, mit einem Wasserstoffauto zu kollidieren oder auf andere Weise in Gefahr zu geraten, ist jedoch äußerst gering. Erst knapp 400 Einheiten fahren auf Deutschlands Straßen – Trend: schwach wachsend. Kein Wunder, nur drei Modelle kann man derzeit überhaupt kaufen, und diese sind sehr teuer: den Hyundai Nexo (ab 69.000 Euro), den Mercedes GLC F-Cell (nur als Mietfahrzeug erhältlich) und den Toyota Mirai (ab 78.600 Euro). Weitere Hinderungsgründe sind die geringe Tankstellendichte (71 Stationen in Deutschland) und die relativ hohen Kilometerkosten. Bei einem einheitlichen Wasserstoffpreis von 9,50 Euro pro Kilogramm kosten 100 Kilometer mit dem Brennstoffzellenauto fast doppelt so viel wie mit dem E-Fahrzeug. Mal im Ernst: Wer soll sich das antun?