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Bridgestone steigt bei Pit-Stop ein

Autor: Andreas Grimm

Continental, Bridgestone und Reifen Gundlach bauen ihre Positionen im Reifenmarkt weiter aus. Die Maßnahmen setzen unterschiedlich an, doch das Ziel ist gleich: mehr Einfluss auf die Endkunden-Distribution.

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Der Trend geht im Reifenhandel zu größeren Verbünden.
Der Trend geht im Reifenhandel zu größeren Verbünden.
(Bild: Rosenow / »kfz-betrieb«)

Die Reifenbranche ist zum Jahresende 2018 hin in Bewegung geraten. Mehrere neue Beteiligungen waren im November beim Bundeskartellamt angemeldet werden, darunter der Einstieg des Investors Gilde Buyout Partners bei der Reifen-Gundlach-Gruppe. Daneben haben auch die Reifenhersteller Bridgestone und Continental in die Reifendistribution investiert.

Am interessantesten ist dabei wohl die Minderheitsbeteiligung der Bridgestone-Gruppe an der Kulas Holding, der Muttergesellschaft der Werkstattkette Pit-Stop. Diese Kooperation hatte das Bundeskartellamt kurz vor Weihnachten genehmigt. Die Werkstattkette und der Reifenhersteller sind langjährige Partner im Reifengeschäft. Bridgestone will sich allerdings vom reinen Reifenhersteller zum Anbieter von Mobilitätslösungen entwickeln. Der Einstieg bei Pit-Stop ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg.

Pit-Stop verfügt in Deutschland über rund 300 Stationen und hat sich seit 2010, nach der Übernahme und Sanierung durch den Teilegroßhändler PV Automotive, zu einem Anbieter für fast alle Werkstattleistungen weiterentwickelt. Zudem ist Pit-Stop stiller Gesellschafter der Reifenkette Point-S.

Direkt in den Reifenhandel investiert hat dagegen Hersteller Continental, der die Reifenkette Vergölst besitzt. Dieses Geschäft stärken die Niedersachsen nun mit der Übernahme des Fachhändlers Reifen John mit 32 Standorten in Süddeutschland (11-mal) und Österreich (21-mal). Mit der Akquisition setzte die Handelssparte von Continental „ihren Expansionskurs in Süddeutschland fort“, heißt es in einer Mitteilung. 2015 war bereits die Handelskette ESKA übernommen worden.

Die deutschen Filialen von Reifen John sollen unter dem Dach von Vergölst, zunächst aber unter dem bisherigen Namen fortgeführt werden. Die 1926 gegründete Handelskette habe „in Bayern ein hervorragendes Image“ durch ihre Beratungskompetenz und Servicequalität, begründete Vergölst-Geschäftsführer Lars Fahrenbach die äußere Eigenständigkeit von John.

Dass das Reifengeschäft wirtschaftlich interessant sein kann, zeigte zudem die Veränderung beim der Reifen-Gundlach-Gruppe. Diese hatte sich noch unter dem Dach der belgischen Pon-Gruppe gebildet und umfasst neben Reifen Gundlach noch sechs weitere Unternehmen in Europa, darunter Euro-Tire und Goodwheel. Dieses Konglomerat hat Gilde Buyout Partners zum Jahreswechsel gemeinsam mit dem Management übernommen. Der Investor unterstützt nach eigenen Angaben die Pläne von Gundlach, die Nummer eins im europäischen Reifen- und Radvertriebsunternehmen zu werden.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«