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Bridgestone übernimmt Tom-Tom-Telematiksparte

| Autor: Andreas Grimm

Der Reifenhersteller will über sein angestammtes Geschäft hinauswachsen. Künftig ist der Reifen für den Konzern nur noch ein Baustein in der Rundum-Versorgung der Kunden in Sachen Mobilität

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Bridgestone will mehr sein als ein Reifenhersteller.
Bridgestone will mehr sein als ein Reifenhersteller.
(Bild: Bridgestone)

Bridgestone arbeitet mit der Übernahme der Telematik-Sparte des Navigationsspezialisten Tom-Tom weiter an seiner Entwicklung zum Mobilitätsdienstleister. Laut einer Pressemitteilung will der Reifenkonzern 910 Millionen Euro für den Unternehmensbereich zahlen. Die Unternehmen gehen davon aus, den Verkauf im zweiten Quartal abschließen zu können.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Reifenkonzern bekannt gegeben, dass Bridgestone Europe mit der Venture-Capital-Gesellschaft Iris Capital eine Partnerschaft eingegangen ist. Ziel der Zusammenarbeit seien „Investitionen in innovative Mobilitätsdienste, Industrie-4.0-Lösungen und digitale Transformationstechnologien in Europa, dem Nahen Osten und Afrika“.

Bereits Ende 2018 war zudem bekannt geworden, dass Bridgestone eine Minderheitsbeteiligung an der Kulas Holding erworben hat, der Muttergesellschaft der Werkstattkette Pit-Stop.

Mit dem Erwerb der Tom-Tom-Unternehmenssparte sei der Grundstein für ein führendes Kompetenzzentrum für Flottenlösungen gelegt, um digitale Geschäftsmodelle für kommerzielle und private Mobilität zu erschließen, heißt es nun von Bridgestone. Durch den Zusammenschluss ergebe sich für den Reifenhersteller die Möglichkeit, seine Produkte und Services an einen größeren Kundenstamm zu verkaufen. Mithilfe der gewonnenen Flottendaten könne zudem die virtuelle Reifenentwicklung vorangetrieben werden.

Bridgestone geht strategisch davon aus, dass die Bedeutung von Flotten gegenüber Einzelfahrzeugen für den Transport von Personen und Gütern weiter wachsen wird. Die steigende Nachfrage in der Transportbranche beschleunige die Entwicklung, dass Flottenbesitzer und Flottenmanager die Produktivität ihrer Fuhrparks maximieren und gleichzeitig die Gesamtbetriebskosten senken müssen.

Tom-Tom selbst will sich nach dem Verkauf stärker auf das hart umkämpfte Geschäft mit digitalen Kartendiensten und Verkehrsinformationen konzentrieren. Die Dienste von Tom-Tom Telematics nutzen aktuell 860.000 Kunden, von denen mehr als zwei Drittel aus dem gewerblichen Umfeld sind. Der niederländische Konzern hatte den Bereich mit 670 Mitarbeitern im September zum Verkauf gestellt.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«