BVSK-Honorarbefragung als Schätzgrundlage bestätigt

Autor / Redakteur: autorechtaktuell.de / Yvonne Simon

Die BVSK-Honorarbefragung eignet sich als Schätzgrundlage, um ein angemessenes Sachverständigenhonorar zu ermitteln. Ein Urteil des Amtsgerichts Olpe hat das erneut bestätigt.

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(Bild: GTÜ)

Auch das Amtsgericht (AG) Olpe bestätigt die BVSK-Honorarbefragung 2015 als taugliche Schätzgrundlage für die Ermittlung des angemessenen Sachverständigenhonorars. (AG Olpe, Urteil vom 28.12.2017, AZ: 25 C 613/16)

Im verhandelten Fall stritten die Parteien um die Erstattung restlicher Sachverständigenkosten in Höhe von 75,09 Euro aus abgetretenem Recht. Der Kläger hatte sich mit dem Geschädigten über die Vergütung insoweit geeinigt, dass sich Grundhonorar und Nebenkosten an der BVSK-Honorarbefragung 2015 richten sollten. Der Klage auf Zahlung des restlichen Honoraranspruchs wurde stattgegeben.

Das AG Olpe stellt in seinen Entscheidungsgründen klar, dass neben den Reparaturkosten insbesondere auch die Kosten ersatzfähig sind, die dem Geschädigten durch die Einholung eines Privatgutachtens entstanden sind.

Ausgangslage entscheidend

Bezüglich der Höhe kommt es dabei nicht auf den tatsächlichen Aufwand an, der sich im Nachhinein aus der ex-post-Perspektive als erforderlich herausstellt. Entscheidend ist vielmehr, welcher Aufwand aus der Sicht ex ante, also in der Ausgangssituation, zur Schadenbeseitigung erforderlich war. Es ist daher allein maßgeblich, ob der Geschädigte den Rahmen des zur Wiederherstellung Erforderlichen wahrt.

Der Grundsatz der Kostenerstattung gilt selbst dann, wenn sich das eingeholte Gutachten später als falsch erweist, objektiv unrichtig oder unbrauchbar ist oder das Honorar des Gutachters übersetzt ist. Das Risiko ungeeigneter Schadenermittlung trägt grundsätzlich der Schädiger.

Keine Marktforschung nötig

Der Geschädigte ist nach schadenrechtlichen Grundsätzen in der Wahl der Mittel zur Schadenbehebung frei, kann aber nur die Erstattung der Kosten verlangen, die vom Standpunkt eines verständigen, wirtschaftlich denkenden Menschen in der Lage des Geschädigten zur Behebung des Schadens zweckmäßig und angemessen erscheinen. Im Rahmen der Schadenminderungspflicht ist er gehalten, im Rahmen des Zumutbaren den wirtschaftlicheren Weg zu wählen. Grundsätzlich soll dem Geschädigten bei voller Haftung des Schädigers ein möglichst vollständiger Schadenausgleich zukommen.

Nach diesen Grundsätzen wären die Gutachterkosten nur dann nicht ersatzfähig, wenn der Geschädigte bei der Auswahl des Sachverständigen schuldhaft gegen die ihm obliegende Schadenminderungspflicht verstoßen hätte. Der Geschädigte darf zu diesem Zweck einen in seiner Lage ohne Weiteres erreichbaren Sachverständigen beauftragen und muss vorher nicht etwa Marktforschung nach dem honorargünstigsten Sachverständigen betreiben. Verlangt der Sachverständige bei Vertragsschluss erkennbar überhöhte Preise, kommt es darauf an, ob die Überhöhung auch für den Geschädigten erkennbar war.

Eine für den Geschädigten erkennbare Überhöhung oder Unbilligkeit des abgerechneten Honorars war vorliegend nicht festzustellen, da die berechneten Werte im Rahmen des HB-V-Korridors der BVSK-Honorarbefragung 2015 lagen.

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