BYD sagt Toyota und VW den Kampf an

Redakteur: Christoph Baeuchle

Der für seine ehrgeizigen Pläne bekannte chinesische Autobauer BYD hat den Größten der Großen den Kampf angesagt: Bis 2025 will BYD mit einem Jahresabsatz über zehn Millionen Einheiten den automobilen Thron erobern.

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Der BYD e6 soll im nächsten Jahr in den USA auf den Markt kommen.
Der BYD e6 soll im nächsten Jahr in den USA auf den Markt kommen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der chinesische Batterien- und Elektrofahrzeughersteller BYD will bis 2015 größter chinesischer Autobauer werden und 2025 die Weltspitze erobern. Die ehrgeizigen Pläne verkündete Wang Jianjun, Deputy General Manager von BYD Auto gegenüber der chinesischen Zeitung „China Daily“. Der Weg an die weltweite Spitze der Hersteller soll durch eine Serie „kluger“ Entscheidungen geebnet werden.

„Wir haben viel Zeit, um Chinas größter Autohersteller bis 2015 zu werden, mit einer komplett neuen Produktlinie. Ich bin mir sicher, wir werden das Ziel früher als gedacht erreichen“, so Wang. „Wir glauben, dass wir das Ziel durch organisches Wachstum erreichen werden.“ Zukäufe seien keine geplant.

BYD führt 2010 Elektroauto auf US-Markt ein

Im nächsten Jahr will BYD sein Elektroauto e6 auf dem US-Markt einführen. Bei der Batterietechnik arbeitet BYD unter anderem auch mit Volkswagen zusammen.

Von den aktuellen Verkaufszahlen deutet noch wenig auf den Durchmarsch des chinesischen Herstellers hin. Unter den Top Ten der chinesischen Hersteller ist BYD zur Zeit auf dem sechsten Rang zu finden. In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres hatte BYD mit einem Absatz von rund 247.000 Einheiten einen Marktanteil von 5,5 Prozent. Shanghai Volkswagen (431.000 Einheiten) und FAW Volkswagen (420.000 Einheiten) verkauften jeweils beinahe doppelt so viele Fahrzeuge.

Wang gibt sich gegenüber der chinesischen Zeitung zuversichtlich, bis Ende des Jahres 400.000 Einheiten zu verkaufen. „Zunächst wollen wir mit allen BYD Modellen die Spitze des jeweiligen Segments erobern“, so Wang, „und dann wollen wir neue Produkte entwickeln.“ Vom beliebtesten BYD-Modell, dem F3, will der Autobauer im laufenden Jahr 180.000 Einheiten verkaufen.

Börsen-Guru Buffett will Anteile weiter erhöhen

Von den ambitionierten Plänen der Chinesen ist auch US-Milliardär Warren Buffett überzeugt. Im September vergangenen Jahres hatte er über Mid-American für rund 160 Millionen Euro zehn Prozent an BYD gekauft. Erst jüngst hatte er erneut angekündigt, sich stärker bei BYD engagieren zu wollen.

„Investiere nur in eine Aktie, deren Geschäft du auch verstehst“, ist eine seiner Investitionsweisheiten. Doch mit seinem Einstieg bei BYD hat die Börsenlegende ihre eisernen Regeln über Bord geworfen. „Ich verstehe nichts von Handys oder Batterien“, sagte Buffett gegenüber der Presse. „Und ich weiß auch nicht, wie Autos funktionieren.” Aber er habe Charlie Munger und Dave Sokol, die etwas davon verstünden. „Eines steht außer Frage: Was BYD seit 1995 erreicht hat ist außergewöhnlich.“

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