Ford Bye-bye Mondeo!

Autor / Redakteur: ampnet / Steffen Dominsky

Der Kölner Autobauer verabschiedet sich aus der Mittelklasse. Im kommenden Jahr ist Schluss für den Passat-Konkurrenten. Damit endet eine Ära, die mit Sierra, Taunus und Co. über viele Jahrzehnte währte.

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Er trat das Erbe des Sierra an: Nun soll der Mondeo 2022, ein Jahr vor seinem 30. Geburtstag, eingestellt werden.
Er trat das Erbe des Sierra an: Nun soll der Mondeo 2022, ein Jahr vor seinem 30. Geburtstag, eingestellt werden.
(Bild: Ford)

Am 31. März 2022 soll die Produktion des Mondeo enden – jener Baureihe, die lange Zeit als Herzstück der Marke galt und übernächstes Jahr 30 Jahre alt geworden wäre. Ford begründet den Schritt mit der bevorstehenden Total-Elektrifizierung der Marke. Ab 2030 will das Unternehmen – jedenfalls in Europa, wo die EU-Kommission dieses Projekt mit besonderem Engagement vorantreibt – nur noch E-Autos feilbieten. Tatsächlich dürfte es aber auch noch einen weiteren Grund geben: Das Käuferinteresse verschiebt sich in Richtung der modernen Crossover-SUVs, deren Vorteile einer erhöhten Sitzposition und bei gleichem Innenraum kleineren Verkehrsfläche nicht mehr mit irgendwelchen Nachteilen erkauft werden müssen.

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Als der Mondeo 1993 vorgestellt wurde, führte er die stolze Historie der Modelle Taunus, Cortina und schließlich Sierra fort, präsentierte sich allerdings als echtes „Weltauto“. Die US-amerikanischen Schwestermodelle Ford Contour und Mercury Mystique teilten mit ihm zahlreiche Bauteile, weit mehr jedenfalls als beim Achtzigerjahre-Escort, dem berühmten Projekt Erika, bei dem die Ähnlichkeiten zwischen US- und Europa-Modell rein stilistisch blieben.

Der Mondeo war ein echtes „Weltauto“

Doch der Ansatz funktionierte auch diesmal nicht: Contour und Mystique, als Mondeo auf europäische Größenverhältnisse zugeschnitten, waren den Amerikanern zu klein. Daran konnte auch das als zweite Modellgeneration titulierte Facelift mit den riesigen, in der US-Version noch überzeichneter wirkenden Scheinwerfern nichts ändern. Die ab 2000 gebaute dritte Mondeo-Generation, unter Chefdesigner J. Mays in kühlem, von Audi beeinflussten Stil gezeichnet, blieb weitgehend ein europäisches Auto, während Ford USA auf die Mazda-6-Plattform umschwenkte. Wie bei den ersten beiden Generationen gab es seidenweiche und leistungsstarke V6-Motoren. 2007 folgte die ungemein elegant gezeichnete vierte Generation, nunmehr von einem Volvo-Fünfzylinder-Turbo gekrönt.

2012 schließlich deutete sich an, dass USA und Europa modelltechnisch wieder zusammengeführt werden. Damals wurde der Ford Fusion für die USA gezeigt, 2014 kam er als Mondeo nach Europa. Seit 2015 gibt es ihn übrigens als liebevoll ausstaffiertes Spitzenmodell namens Vignale, das an die Stelle der früheren Ghia-Varianten getreten ist. Die Bezeichnung Ghia galt den Marketing-Experten als altbacken, während Automobilhistoriker sich an dem Umstand erfreuten, dass die Designschmiede Vignale einst von Ghia übernommen worden war, bevor sich Ford im Jahr 1973 beide Marken einverleibte.

Noch ein Jahr lang zu haben

Was es nicht mehr gibt, sind die leistungsstarken Otto- und Dieselmotoren mit bis zu 240 und 209 PS, sodass der Appeal des Mondeo mittlerweile deutlich abgenommen hat. Dafür gibt es jetzt ein Hybridmodell. In den USA erklomm das Mondeo-Schwestermodell Fusion von 2017 bis 2019 mit einem 330 PS starken 2,7-Liter-V6-Turbo noch einen einsamen Höhepunkt und diente dort auch als Basis für Prototypen vollautonomer Konzepte. Nun ist der Mondeo noch ein Jahr lang zu haben. Die Preise beginnen in Deutschland bei 27.790 Euro.

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