Cactus fährt gegen den Mainstream

Autor: Christoph Baeuchle

Nachdem Citroën die DS-Linie klar ausgerichtet hat, kommt nun die C-Linie dran. Dabei steuern die Franzosen gegen den automobilen Mainstream und wollen sich von der Masse abheben.

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Mit dem Cactus will Citroën die C-Linie neu positionieren.
Mit dem Cactus will Citroën die C-Linie neu positionieren.
(Foto: Citroën)

Citroën besinnt sich auf seine Geschichte: Das Unternehmen will mit dem C4 Cactus einen Neustart wagen und an den Erfolg einstiger Kultautos anknüpfen. Das Kompakt-SUV, das im September auf dem deutschen Markt kommt, soll wie einst die Ente (2CV) den Trend der Zeit aufgreifen und dem automobilen Mainstream entgegensteuern.

„Der Cactus ist unser Manifest für die neue Positionierung der C-Linie“, sagte Citroën-Chef Frédéric Banzet bei der Präsentation in Paris. Die PSA-Marke stellte ihre Pläne vor rund 4.500 Händlern und knapp 1.000 Journalisten vor. Mit der Neupositionierung der C-Linie suchen die Franzosen eine noch deutlichere Abgrenzung im eigenen Haus: gegenüber der DS-Linie, mit der Citroën Premiumanbietern Konkurrenz machen will, und gegenüber der Schwestermarke Peugeot.

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Bei der Entwicklung der Modelle der Brot-und-Butter-Reihe will der Autobauer den Fokus künftig auf Design und Komfort richten. Zudem sollen nützliche Technologien eine entscheidende Rolle spielen. Dabei wollen die Franzosen ihre Produkte zu „überschaubaren Preisen“ anbieten. Entscheidend seien nicht nur der Kaufpreis, sondern auch die Betriebskosten.

Den ersten Schritt in diese Richtung macht Citroën mit dem Cactus. Der genaue Preis steht noch nicht fest. Aus Unternehmenskreisen ist zu hören, dass das Kompakt-SUV „deutlich unter 15.000 Euro“ kosten soll. Damit liegt er unter seinen Wettbewerbern Peugeot 2008 (14.700 Euro), Renault Captur (15.390 Euro) und Nissan Juke (15.450 Euro).

Das nun vorgestellte Fahrzeug orientiert sich stark am Concept Car, das Citroën auf der IAA 2013 in Frankfurt vorgestellt hat. Auffälligstes Merkmal sind die sogenannten Airbumps: Die Knautschzone an den Fahrzeugseiten soll vor Kratzern und Dellen schützen. Die nachgebende Oberfläche aus PTU (Thermo Plastic Urethan) verfügt über Luftkapseln als Aufpralldämpfer.

Auch im Fahrzeuginneren hat Citroën neue Ideen umgesetzt. Mit breiteren Vordersitzen will der Autobauer Assoziationen zu einem Sofa wecken. Zudem ist der Innenraum schlicht gehalten: Überflüssiges findet erst gar nicht statt. Ein Sieben-Zoll-Touchscreen ist die zentrale Bedieneinheit. Über ihn werden Klimaanlage, Media- und Navigationssystem sowie Fahrhilfen gesteuert.

Mit den neuen Ideen bleibt Citroën nicht am Fahrzeug haften. Neues Design und neuer Auftritt sollen auch mit individuellen Bezahlsystemen einhergehen. Dabei richten sich die Kosten nach den gefahrenen Kilometern. Allerdings ist bislang unklar, ob Citroën das System auch in Deutschland anbieten wird.

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 Christoph Baeuchle

Christoph Baeuchle

Chefreporter Automobilwirtschaft & Politik/Verbände