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Cadillac-Flaggschiff bleibt vorläufig verfügbar

| Autor: Jens Rehberg

Die Produktion der Oberklasse-Limousine endet in Detroit offiziell am 1. Juni. Doch obwohl GM das Werk in Hamtramck zumachen will, soll der CT6 nach einem US-Medienbericht weiterlaufen. Dafür gibt es offenbar mehrere Szenarien.

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Seit vergangenem Herbst ist der Cadillac CT6 in Deutschland zu haben.
Seit vergangenem Herbst ist der Cadillac CT6 in Deutschland zu haben.
(Bild: Cadillac)

Trotz der geplanten Restrukturierung bei General Motors (GM), die auch Einschnitte im Modellportfolio mit sich bringt, will der Hersteller entgegen ersten Befürchtungen an der Oberklasse-Limousine CT6 seines Premiumfabrikats festhalten. Ende November hatte GM angekündigt, im Zuge von Milliardeneinsparungen fünf Werke zu schließen – drei davon in den USA und Kanada. Unter anderem soll im Sommer auch der Standort Detroit-Hamtramck zugemacht werden. Dies würde auch das Ende für mehrere Konzernbaureihen bedeuten.

Zunächst hatte es so ausgesehen, als ob auch das Cadillac-Flaggschiff von der Restrukturierung betroffen sein würde, da ein Ende der CT6-Produktion in Detroit bereits für den 1. Juni terminiert ist. Das US-Fachblatt „Automotive News“ hat nun allerdings GM-Präsident Mark Reuss und Cadillac-Präsident Steve Carlisle zitiert, wonach GM Möglichkeiten prüft, die Limousine über den Sommer hinaus im US-Modellprogramm behalten zu können. Die Produktion des Modells könnte in ein anderes GM-Werk verlegt werden. Oder es könnte aus China importiert werden, wo es für den dortigen Markt ebenfalls gefertigt wird. Dies sei jedoch laut Cadillac-Chef Carlisle die „am wenigsten bevorzugte Option“.

Cadillac CT6: Mehr Amerika für Europa
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Der Cadillac CT6 startete 2016 und wurde erst vor kurzem überarbeitet. Das Fahrzeug gilt als wichtiger Technologieträger für das US-Fabrikat – so ist beispielsweise das Lidar-gestützte Assistenzsystem für teilautonomes Fahren „Super Cruise“ bislang nur im CT6 bestellbar. Zudem war für die Jahresmitte 2019 der Start eines neuen 550-PS-V8-Aggregates in einer Sport-Version des CT6 angekündigt.

In den USA konnte Cadillac im vergangenen Jahr knapp 10.000 Einheiten der Oberklasse-Limousine verkaufen.

In Deutschland waren es 2018 immerhin knapp 50. Wie ein Sprecher der europäischen Importeurstochter auf Anfrage sagte, seien genug Fahrzeuge für den europäischen Markt reserviert worden, so dass der CT6 zumindest für das komplette Verkaufsjahr 2019 noch verfügbar sein werde. Künftig wolle man sich aber auf gefragtere Segmente wie Kompakt-SUV konzentrieren – demnächst startet auf diesem Feld in Europa der XT4.

Wie der Sprecher zudem ankündigte, werde man das Abonnement-Konzept „Book by Cadillac“ im Laufe des Jahres auch in Zürich an den Start bringen. Das Pilotprojekt in München läuft offenbar zunächst weiter. In den USA hatte Cadillac das Programm, für das Kunden im Monat 1.800 US-Dollar bezahlt haben, im Dezember letzten Jahres beendet.

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Über den Autor

 Jens Rehberg

Jens Rehberg

Stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Newsdesk des »kfz-betrieb«