Cadillac: Luxus-Enthusiasten gesucht

Autor: Jens Rehberg

Der neue Cadillac-Europachef Tom Anliker im Gespräch mit »kfz-betrieb«: Die Marke will wieder Ernst machen mit dem Projekt, ein leistungsfähiges Händlernetz auf die Beine zu stellen.

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Tom Anliker: „Sowie das Netz größer wird, werden wir auch den Werbedruck erhöhen.“
Tom Anliker: „Sowie das Netz größer wird, werden wir auch den Werbedruck erhöhen.“
(Foto: Kreis)

Auf dem Genfer Autosalon hat »kfz-betrieb« mit Cadillac-Europachef Tom Anliker darüber gesprochen, wie die Marke in Europa relevante Stückzahlen erreichen soll.

Redaktion: Ihre Chefin Susan Docherty hat in einem Interview die Bedeutung des Erfolgs von Cadillac in Europa betont – denn nur wer im Premiumsegment in Europa erfolgreich sei, könne auch in Asien, speziell China, erfolgreich sein. Damit liegt der Erfolg von Cadillac nicht nur hier in Europa in Ihren Händen…

Tom Anliker: …Ich interpretiere das mal so: Der Schlüssel zum Erfolg ist ein Cadillac-Produktprogramm, das weltweit den Appetit der Käufer anregt. Und wenn ich mir den ATS und den hier in Genf präsentierten ELR ansehe, glaube ich, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Was tun Sie, um in Europa Fuß zu fassen?

Zum Einen: Die Erneuerung unserer Modellpalette, die wir mit dem ATS angestoßen haben, wird weitergehen. In Frankfurt werden wir im Herbst den neuen CTS vorstellen. Dazu kommt der ELR, der 2014 in Europa starten wird – weitere werden folgen, über die wir heute noch nicht sprechen können. Zum Zweiten: Mit den neuen Autos leben die alten Markenwerte von Cadillac wieder auf – führende Technologie und ein eigenständiges Design. Wir haben eine sehr starke und attraktive Marke, die seit 111 Jahren für Premium steht. Und der dritte Pfeiler, den ich als meine Hauptaufgabe ansehe, ist das Thema Vertrieb. Unter Kroymans hatten wir europaweit 107 Händler, nach dem Zusammenbruch nur noch 37. Wovon knapp ein Drittel nicht mehr aktiv ist. Also stehen wir hier eigentlich wieder am Anfang. Das wird ein herausfordernder Weg, wieder ein Vertriebsnetz in Europa zu etablieren, das weiß, wie man mit Premium-Kunden umgeht.

Wie viele aktive Händler haben Sie derzeit in Deutschland?

Sechs.

Warum hat sich da in den vergangenen drei Jahren im Prinzip nichts bewegt? Der Plan war, im Opel-Netz zu akquirieren…

Wir brauchen Händler, die das Premium-Geschäft verstehen und auch schon Zugang haben zu dieser Kundengruppe. Und wo die Marke Cadillac eine sinnvolle Ergänzung zu den Premiummarken ist, die sie schon vertreten. Da mag es auch innerhalb des Opel/Chevrolet-Netzes einige geben, die das verstehen und die den Ansprüchen gerecht werden können, es gibt aber sicher auch außerhalb dieses Netzes Händler, die das können.

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Wie gehen Sie da vor? Gehen Sie in den bevorzugten Marktgebieten einzelne Kandidaten gezielt an, von denen Sie der Meinung sind, dass sie passen könnten?

Genau. Aber wir schauen uns auch sehr gerne spontane Bewerbungen an. Denn ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs für die Marke ist der Enthusiasmus unserer Händler. Erst durch die Begeisterung für unsere Marke wird das ein profitables Geschäft – für den Händler wie auch für Cadillac.

Wie sieht Ihre Zielgröße für das deutsche Netz aus?

Wir haben uns vorerst 32 Stützpunkte vorgenommen.

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