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Camper auf VW-Basis: Mehr als nur California

| Autor / Redakteur: sp-x / Jakob Schreiner

Der VW Transporter erfreut sich bei den Campingbussen einer ungebrochenen Beliebtheit. Und zwar nicht allein als California. VW hat aber noch mehr für die Caravan-Branche zu bieten – auch vom neuen Crafter.

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Tischer zeigt, dass sich auch ein VW Amarok als Basis für einen Campingaufbau eignet.
Tischer zeigt, dass sich auch ein VW Amarok als Basis für einen Campingaufbau eignet.
(Bild: Tischer)

Die Erfolgsgeschichte des VW California ist tausendfach geschrieben. Der Camper, der in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag feiert, ist längst Kult und erzielt Jahr für Jahr neue Zulassungsrekorde. 2017 wurde die neue Bestmarke auf über 15.000 Exemplare per annum geschraubt.

Aber ihre Reisemobil-Kompetenz sieht die VW-Nutzfahrzeugsparte nicht nur im Transporter. So bieten die Hannoveraner den Caddy in einer Beach-Version an. Er kann etwa mit einer stabilen Küchenbox und Schlafliege der Firma Ququq für rund 2.300 Euro in ein Campmobil für junge Leute umgebaut werden. Auch für den Pickup Amarok finden sich Spezialaufbauten und der neue Crafter soll die Reisemobil-Welt ebenfalls im Sturm erobern.

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Bislang ist das aber höchstens ein laues Lüftchen. Im Gegensatz zum ehemaligen Zwillingsbruder Mercedes Sprinter, der schon vor der Auslieferung der ersten neuen Transporter-Modelle bei Hymer als integriertes und teilintegriertes Fahrzeug vorgestellt wurde und bis zum Caravan-Salon Ende August noch bei einigen anderen Herstellern Premiere haben wird, ist die Ausbeute bei VW Crafter eineinhalb Jahre nach dem Marktstart eher bescheiden. Erst eine Handvoll Unternehmen lassen die Vorzüge eines Pkw-nahen Cockpits, guter Vernetzung und zahlreicher Assistenzsysteme auch der Reisemobil-Kundschaft zukommen.

Mit dem Jandelsbrunner Caravaning-Hersteller Knaus hat immerhin auch ein Großer der Branche den Crafter zum rollenden Eigenheim umgebaut. Den Box-Drive gibt es zunächst allerdings nur in einer auf 150 Einheiten begrenzten First-Edition-Serie mit langem Radstand, sämtlichen Assistenzsystemen, längs angeordneten Einzelbetten im Heck und einem Raumbad samt Dusche mit regenbogenfarbener Wellness-Beleuchtung für rund 80.000 Euro.

Elia Akkawi, Geschäftsführer von Schwabenmobil, der den Crafter als Florida Multitalent und Tango (beide ab rund 63.000 Euro) in zwei völlig unterschiedlichen Grundrissen anbietet, zeigt sich mit der bisherigen Resonanz sehr zufrieden: „Im ersten Jahr haben wir fast 100 Fahrzeuge verkauft. Das ist für den Anlauf sehr gut.“ Ungewöhnlich beim Florida Multitalent ist das Raumbad direkt hinter den Vordersitzen und die Einzelbetten im Heck, die nach dem Hochklappen sogar Raum für ein Motorrad schaffen. Bei gut 800 Kilogramm Zuladung für den 3,5-Tonner kein Problem.

Camping-Spezialist Reimo reiht sich zum Caravan-Salon in den kleinen, aber feinen Club der Crafter-Ausbauer ein. Der Prototyp aus dem hessischen Egelsbach präsentiert sich ebenfalls mit einer neuen Grundriss-Variante. Ähnlich wie bei einem Campingbus wird hier eine Mittelsitzbank zum Bett umgebaut und die drehbaren Frontsitze als Teil der Sitzgruppe verwendet. Hinter der seitlichen Küche ist im Heck ein großzügiges Raumbad mit geräumiger Dusche eingebaut. Später soll es noch die Option auf ein Aufstelldach geben. Vorteil: Wer im Dachjuchhe schläft, muss nicht jeden Abend im Parterre Betten bauen. Preise für Reimo-Crafter gibt es allerdings noch nicht.

Generell gibt es bis heute noch keine Crafter-Reisemobile als Teilintegrierte, Integrierte oder Alkoven. „Wir hatten für die Anlaufphase in dem komplett neuen Werk in Polen andere Prioritäten gesetzt“, heißt es von offizieller Seite bei VW. „Bis zum Jahresende werden wir den Crafter aber auch mit einem Flachrahmen-Chassis für die Caravaning-Hersteller anbieten.“ VW-Nutzfahrzeuge selbst verfolgt den Plan, auf dem Caravan-Salon die im vergangenen Jahr gezeigte California-XXL-Studie auf dem großen Transporter in der Serienversion zu zeigen.

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