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Caravan-Branche erwartet Rekordjahr

| Autor: Andreas Wehner

Die Neuzulassungen von Freizeitfahrzeugen lagen trotz einer Corona-Delle im Frühjahr in Deutschland nach sieben Monaten auf Rekordniveau. Aufgrund des schwächeren Exportgeschäfts war der Umsatz der deutschen Caravaningindustrie in der ersten Jahreshälfte noch rückläufig. Doch die Verantwortlichen rechnen mit Nachholeffekten.

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Urlaub mit dem Wohnmobil wird immer beliebter - erst recht in Corona-Zeiten.
Urlaub mit dem Wohnmobil wird immer beliebter - erst recht in Corona-Zeiten.
(Bild: CIVD)

Die Caravaningbranche steuert in Deutschland trotz Corona auf ein neues Rekordjahr zu. Nach dem besten Halbjahr der Geschichte erreichten die Neuzulassungen von Freizeitfahrzeugen auch im Juli neue Rekorde. 16.112 neu zugelassene Fahrzeuge bedeuteten ein Plus von 85,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Das teilte der Caravaning-Industrie-Verband (CIVD) am Freitag zu Beginn des Düsseldorfer Caravan-Salons mit.

In den ersten sieben Monaten dieses Jahres wurden damit in Deutschland bereits 70.551 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen. Das sind 15,3 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2019. Nach dem Corona-bedingt schwachen Frühjahr setzte also ein deutlicher Nachholeffekt ein.

Trendumkehr im Juli

Der gesamteuropäische Markt liegt nach sieben Monaten mit 153.024 Einheiten noch 1,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Doch auch hier wurde im Juli eine Trendumkehr sichtbar: Die Neuzulassungen stiegen um 61,4 Prozent im Vergleich zum Juli 2019. Alle Märkte bis auf Norwegen lagen nach Angaben des CIVD mindestens 20 Prozent im Plus.

Allerdings musste die deutsche Caravaningindustrie im ersten Halbjahr einen Umsatzrückgang um 6,1 Prozent auf 5,75 Milliarden Euro hinnehmen. Grund ist laut CIVD der Corona-bedingt schwächere Export von Freizeitfahrzeugen aus deutscher Produktion. „Da die Neuzulassungen mit den Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Europa seit Juni wieder steigen, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis wir die Umsatzdelle aus dem Frühjahr ausgeglichen haben“, ist CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso, überzeugt.

Start des Caravan-Salon

Weitere Impulse erhofft sich die Branche vom Caravan-Salon, der am Freitag in Düsseldorf startete. Der Salon war um eine Woche verschoben worden, nachdem ursprünglich Veranstaltungen dieser Art bis Ende August untersagt waren. Zahlreiche Großveranstaltungen sind es noch immer, aber die Messe will mit einem umfassenden Hygienekonzept beweisen, dass Messen auch in Corona-Zeiten durchführbar sind.

Pro Tag dürfen maximal 20.000 Besucher an die Stände der 350 Aussteller. So sind theoretisch bis zu 200.000 Besucher an den zehn Messetagen möglich. Ob diese Zahl erreicht wird, ist fraglich. Die Messe Düsseldorf beziffert die erwarteten Besucher nicht genau und spricht von einer sechsstelligen Zahl. Im vergangenen Jahr hatte sich nach Messeangaben die Rekordzahl von 268.000 Gästen eingefunden.

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Über den Autor

 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«