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Caravan Salon 2020: Messe unter Beobachtung

| Autor: Andreas Grimm

Mit dem Corona-Virus gingen die Automessen. Doch der Caravan-Salon hält tapfer dagegen. Ein mit Behörden und Verbänden entwickeltes Hygienekonzept soll es richten. Bislang ist die Messe erlaubt – Rekordbesucherzahlen wird es aber nicht geben.

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Soll weiterhin stattfinden: der Caravan-Salon 2020 ab dem 4. September.
Soll weiterhin stattfinden: der Caravan-Salon 2020 ab dem 4. September.
(Bild: Messe Düsseldorf / ctillmann)

Die Corona-Pandemie hat in diesem Jahr so ziemlich jede Automesse verhindert. Doch in wenigen Tagen soll trotzdem eine Produktshow starten: der Caravan-Salon 2020 will ab dem 4. September für neun Tage die wachsende Reisegemeinde nach Düsseldorf ziehen. Nicht nur die Automobilbranche wird genau hinsehen, wie sich das „umfassende Hygienekonzept“ des Veranstalters in der Praxis bewährt.

Der Salon startet eine Woche später als geplant, nachdem ursprünglich Veranstaltungen dieser Art bis Ende August untersagt waren. Zahlreiche Großveranstaltungen sind es noch immer, aber die Messe will nun zeigen, „wie mit einem umfassenden Hygienekonzept Messen auch in diesen Zeiten erfolgreich durchführbar sind“.

350 Aussteller werden in den Messehallen erwartet, die ihre Produkte auf insgesamt 200.000 Quadratmetern zeigen wollen. Wie viele Besucher tatsächlich in diesem Jahr kommen, ist im Vorfeld schwer abzuschätzen. Im vergangenen Jahr hatte sich nach Messeangaben die Rekordzahl von 268.000 Gästen eingefunden.

Natürlich ist auch dem Organisationschef des Salons klar, dass dies keine Messe wie all die Jahre zuvor werden wird. Es sei alles dafür getan worden, in Zusammenarbeit mit dem Caravaning Industrie-Verbandes Deutschland (CIVD) das Erlebnis Caravaning mit Hilfe des Hygienekonzeptes mit dem passenden Namen „Protaction“ und auf Grundlage der aktuellen Coronaschutz-Verordnung des Landes Nordrhein-Westfalen zu erarbeiten.

Tickets können ausschließlich online unter www.caravan-salon.de gebucht werden. Einmal, um die personenbezogenen Daten vorab zu registrieren, und außerdem, um die tägliche Begrenzung auf 20.000 Besucher realisieren zu können. In den Hallen muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Die Gänge in den Hallen sind so breit, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Desinfektionsmittelspender stehen an allen Ständen der Aussteller zur Verfügung. Und beim Besichtigen der Reisemobile und Wohnwagen dürfen sich immer nur Menschen aus einem gemeinsamen Haushalt gleichzeitig im Fahrzeug aufhalten.

Sichere Planbarkeit des Aufenthalts

Angesichts der Größe und des Hygienekonzepts blickt sicher nicht nur die Freizeitbranche auf die Messe. Auch für Aussteller, Besucher und Messebauer anderer Fachbereiche könnte die erste große Messe, die nach dem Corona-Einbruch wieder stattfindet, wegweisende Bedeutung haben. Die Messeleitung verspricht, dass Aussteller auf ihren Ständen wie Besucher „eine sichere Planbarkeit des Aufenthaltes auf dem Messegelände erhalten“.

Der Caravan-Salon selbst wie die gesamte Branche erlebten schon in den letzten Jahren einen anhaltenden Boom, dem die Corona-Pandemie nichts anhaben konnte. Allerdings gehört die Caravaning-Branche auch zu den wenigen Gewinnern der Pandemie. CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso spricht von einer „exorbitant steigenden Beliebtheit der Urlaubsform Caravaning“.

Die Neuzulassungen von Freizeitfahrzeugen erreichten im ersten Halbjahr trotz Corona-Krise einen Rekordwert von knapp 55.000 Fahrzeugen – 39.627 neu angemeldete Wohnmobile und 14.812 Caravans. Der April war der einzige Monat mit einem kleinen Minus, weil vielfach die Produktion stillstand und der Kfz-Handel vorübergehend schließen musste. Dafür war der Nachholeffekt im Mai und Juni mit neuen Rekordergebnissen umso größer. Im Juni schossen die Reisemobil-Neuzulassungen in Deutschland gar um 65 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2019 in die Höhe. Und selbst die Wohnwagen verbuchten ein sattes Plus von 20 Prozent.

Auch wegen dieser Zahlen erwartet Messedirektor Stefan Koschke einen erfolgreichen Caravan-Salon 2020 – wenn nicht doch noch die Behörden wegen möglicher Infektionsrisiken einschreiten. Zwar fehlt mit der kompletten Erwin-Hymer-Gruppe und deren Traditionsmarken Hymer, Dethleffs und Bürstner einer der Big Player, haben neben Concorde und Pössl auch die Hersteller VW und Mercedes Corona-bedingt abgesagt, doch kommen noch immer rund 350 Aussteller nach Düsseldorf.

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Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Redakteur, Redaktion »kfz-betrieb«