Caravan-Salon: Loft-Lounge, Doppelhaus und mehr

Autor / Redakteur: sp-x / Jens Rehberg

In die Wohnanhänger-Sparte ist wieder Bewegung gekommen. Eine Fülle von Neuheiten vereinfacht die Qual der Wahl unter der verwirrend riesigen Anzahl an Grundrissen und unterschiedlichen Möbeldekoren nicht. Denn es sind teilweise richtig gute Ideen dabei.

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Luftiges Ambiente bei Dethleffs.
Luftiges Ambiente bei Dethleffs.
(Bild: Dethleffs)

Neben Rekordzahlen bei Reisemobilen kann sich auch die Anhänger-Sparte der Caravaning-Branche wieder über kräftigen Zulauf freuen: Die Nachfrage nach Wohnwagen hat 2017 mit rund 15 Prozent Zuwachs so stark zugelegt wie seit Jahren nicht mehr. Bei über 22.000 Zulassungen in Deutschland sind die Caravans wieder auf dem Niveau von 2006 vor der Wirtschaftskrise angelangt. Entsprechend umfangreich präsentiert sich die Neuheiten-Schau auf dem Düsseldorfer Caravan-Salon Ende August. Bei originellen Konzepten spielen sich in diesem Jahr vor allem Dethleffs und Adria in den Vordergrund.

So hat der Allgäuer Hersteller Dethleffs, Pionier des Caravan-Baus, den im Vorjahr noch als Studie gezeigten „Coco“ in nur einem Jahr in die Serie umgesetzt. Der vielfach prämierte Ultraleicht-Wohnwagen geht nach dem Caravan-Salon zu Preisen ab 18.799 Euro an den Start. Schon von außen fällt der Coco auf. Erst recht, wenn im Stand das um die Heckpartie herumgezogene Sonnensegel angebracht ist und die Eigenentwicklung eine Terrasse von 25 Quadratmetern mit einem schattenspendenden Dach entstehen lässt.

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Der dank neuer Materialien nur noch 733 Kilogramm schwere Wohnanhänger ist auch im Innenraum völlig anders – in einem luftigen Loft-Stil mit hellem und freundlichem Interieur. Aber in dem 4,60 langen und 2,20 Meter breiten Aufbau gibt es keine fest installierten Betten. Eine wohnliche, großzügige Heck-Lounge lässt sich mittels eines Truhenauszugs und Seitenpolstern allerdings schnell in eine Liegewiese von 2 x 1,55 Metern umbauen.

Getrennte Eingänge bei Adria

Nicht ganz so extrem, aber ebenfalls ungewöhnlich präsentiert sich der neue Adria Adora 673 PK. Die Slowenen, die im vergangenen Jahr von der Trigano-Gruppe übernommen wurden und den französischen Konzern damit noch vor der Erwin-Hymer-Gruppe zur neuen Nummer eins in Europa gemacht haben, wenden sich dabei gezielt an Familien, die mit ihren Teenager-Kindern in Urlaub fahren. Denn: Dieser Caravan hat zwei Türen und zwei getrennte Eingänge zum vorderen und hinteren Bereich des 6,75 Meter langen Aufbaus.

Wenn die Teenies vielleicht nächtens ein bisschen länger auf der Rolle sind und die Eltern im vorderen Teil des Wohnwagens bereits sanft in ihrem Doppelbett schlummern, kann der Nachwuchs durch die hintere Türe das Schlafgemach betreten, ohne Papa und Mama zu stören. Bis zu drei Personen können auf einer ausziehbaren Querbank (2,00x1,40 Meter) und einem Einzel-Stockbett im Heck nächtigen. Eine Schiebetür trennt die beiden Wohnbereiche des Zwei-Tonnen-Monoachsers voneinander ab. Das Adria-Doppelhaus am Haken wird zu einem Grundpreis von 28.699 Euro angeboten.

Besonders innovativ in puncto Produktionstechnik präsentierte sich in den vergangenen Jahren die Marke Knaus mit ihrer Fibre-Frame-Technologie (Glasfaserrahmen). Von dem Ultraleichtbau profitierten bisher im Jahresabstand der kompakte Travelino und der Deseo, so dass sich die Jandelsbrunner bei den Caravans in diesem Jahr mit Produktaufwertungen begnügen. So ist der Klassiker Südwind (12 Grundrisse ab 19.190 Euro) innen und außen neu gestaltet worden, wobei besonders die zentrale Versorgungseinheit hervorzuheben ist. Frischwassertank, Ablasshähne und Strom – alles vereint an einer Stelle, so wie man es von den Knaus-Reisemobilen schon kennt.

Die Zurückhaltung in Bezug auf eine weitere Fibre-Frame-Baureihe bei den Wohnwagen lässt allerdings auch vermuten, dass an dem Gerücht, Knaus würde auf dem Caravan-Salon mit einer ersten Camping-Bus-Studie mit der neuen Technik überraschen, etwas dran ist.

Wintercamping im Trend

Dem auch hierzulande spürbaren Trend zu mehr Wintercamping will Bürstner mit dem 2,50 Meter breiten Averso-Nordic-Caravan gerecht werden, der in Skandinavien bereits erfolgreich eingeführt ist und jetzt auch hier in zwei Variationen zu haben sein wird: als 580 TS mit französischem Doppelbett für 27.390 Euro und als 700 TS ab 30.990 Euro. Eine starke Heizungsanlage mit zwei Gebläsen, ein Doppelboden unterm Bett und ein separater, beheizter Trocknungsschrank gehören ebenso zur Serienausstattung wie die breitere 70-cm-Eingangstür. Mit einem optionalen Winterpaket (ca. 3.000 Euro), das eine Warmwasser-Raum- und Fußbodenheizung und ein innen verlegtes Abwassersystem enthält, soll es auch bei kalten Außentemperaturen innen komfortabel und gemütlich zugehen.

Auch Dethleffs schickt in der Generation-Serie zum Modelljahr 2019 eine drei Grundrisse umfassende Sondermodellreihe mit Namenszusatz „Scandinavia“ ins Rennen, die speziell fürs Wintercamping konzipiert wurde. Neben einem komplett eigenständigen Interieur-Design ist hier eine Alde-Warmwasser- und Fußbodenheizung serienmäßig an Bord und über die Truma-iNet-Box lässt sich das Ganze sogar per Smartphone regeln. Der 545 QMK als günstigster Scandinavier kostet 28.990 Euro, der 695 BQT als teuerster 37.990 Euro.

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