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Carsharing macht Sprung nach vorn

| Redakteur: Gerd Steiler

Nach Angaben des Bundesverbands Carsharing ist die Zahl der Nutzer 2011 kräftig gestiegen. Beim Thema „Mobility on Demand“ spielen Autohersteller wie BMW, Daimler, VW und Peugeot eine immer größere Rolle.

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Bereits seit März 2009 testet Daimler Carsharing bei einem Großversuch in Ulm/Neu-Ulm, Hamburg und Wien.
Bereits seit März 2009 testet Daimler Carsharing bei einem Großversuch in Ulm/Neu-Ulm, Hamburg und Wien.
( Daimler )

Autoteilen wird in Deutschland immer beliebter. Wie der Bundesverband Carsharing (BCS) am Donnerstag in Berlin mitteilte, griffen im vergangenen Jahr insgesamt rund 262.000 Menschen auf Carsharing-Angebote zurück. Das waren etwa elf Prozent mehr als 2010. Laut BCS-Jahresbericht resultiert dieser Zuwachs zu etwa gleichen Teilen aus dem kontinuierlichen Wachstum der etablierten Carsharing-Anbieter und neuen Angeboten aus dem Bereich der Autohersteller und Großvermieter.

Zahl der Nutzer steigt auf über 220.000

Demnach ist die Zahl der Carsharing-Teilnehmer in Deutschland zu Jahresbeginnn 2012 auf über 220.000 Fahrberechtigte angestiegen. Das sind 15,8 Prozent oder 30.000 Carsharing-Nutzer mehr als vor einem Jahr. Weitere 42.000 Autofahrer nutzten carsharing-ähnliche Angebote, bei denen sich beispielsweise Autohersteller mit Autovermietern zusammengeschlossen haben. Zum Stichtag 1. Januar 2012 standen den Nutzern insgesamt rund 5.600 Carsharing-Fahrzeuge zur Verfügung, etwa 600 oder 12,0 Prozent mehr als zum Jahresbeginn 2011. Diese verteilen sich bundesweit auf etwa 2.700 Carsharing-Stationen. Dies sind rund 300 Stationen oder 12,5 Prozent mehr als zum Jahresbeginn 2011. Im statistischen Durchschnitt kommen laut BCS-Jahresbilanz derzeit 39 Kunden auf ein Carsharing-Fahrzeug.

Nach aktuellem Stand gibt es in Deutschland 309 Städte und Gemeinden, in denen etwa 110 verschiedene Carsharing-Anbieter aktiv sind. Dabei handelt es sich in Großstädten vorwiegend um professionelle Anbieter, während in kleineren Städten und Gemeinden oft auch genossenschaftliche Unternehmen und Vereine als Carsharing-Anbieter tätig sind.

DB Rent: „Flinkster“ hat die meisten Kunden

Als derzeit größter professioneller Carsharing-Anbieter in Deutschland gilt die Deutsche-Bahn-Tochter DB Rent. Zusammen mit ihrem Kooperations-Partner Hertz bietet sie unter dem Namen „Flinkster“ (bis 2011 „DB Carsharing) „Mobility on Demand“ in bundesweit über 140 Städten und Bahnhöfen. DB Rent hat eigenen Angaben zufolge momentan rund 180.000 Car-Sharing-Kunden „mit stark steigender Tendenz“. Allein in Deutschland hat das Unternehmen, das auch in den Niederlanden und der Schweiz aktiv ist, über 2.500 Miet-Fahrzeuge laufen.

Größte Mitglieder im Bundesvarband Carsharing sind die Unternehmen:

  • „Cambio Carsharing“ (ca. 44.000 Kunden z.B. in Aachen, Berlin, Bielefeld, Bremen, Hamburg und Köln)
  • „Stadtmobil“ (ca. 25.000 Kunden z.B. in Berlin, Düsseldorf, Essen, Frankfurt/M., Hannover und Stuttgart)
  • „Greenwheels“ (ca. 20.000 Kunden z.B. in Berlin, Dresden, Düsseldorf, Hamburg, Potsdam und im Ruhrgebiet)

Außerdem gibt es „freie“ Carsharing-Organisationen wie etwa „Teilauto“ (ca. 13.000 Teilnehmer in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen), „Book-n-drive“ (ca. 8.300 Teilnehmer im Raum Frankfurt/Main, Wiesbaden, Mainz) sowie „Stattauto München“ (ca. 8.100 Teilnehmer im Großraum München).

Automobilhersteller erkennen Potenzial

Eine immer größere Bedeutung gewinnt das Geschäftsmodell Car-Sharing auch bei deutschen und europäischen Automobilherstellern. Teils im Alleingang, teils in Zusammenarbeit mit etablierten Autovermietern machen sie ihren Kunden (und solchen, die es werden sollen) neue, carsharing-ähnliche Angebote. Dazu zählen etwa folgende Projekte:

  • Daimler und Europcar: „Car-2-go“ (seit März 2009 rund 300 Smart Fortwo im Großversuch in Ulm/Neu-Ulm, Hamburg und Wien)
  • BMW und Sixt: „Drive Now“ (seit April 2011 rund 300 BMW Mini und BMW 1er in Berlin, München und Düsseldorf)
  • VW: „Quicar“ (seit November 2011 in Hannover)
  • Peugeot: „Mu“ (seit Juni 2011 in Berlin, Hamburg und München => geplant sind weitere Standorte in Saarbrücken, Dortmund, Regensburg, Reutlingen und Friedrichshafen)

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