CES 2016: Jetzt wird das Auto richtig schlau

Autor / Redakteur: sp-x/dpa/aw / Andreas Wehner

Auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas steht ein Thema im Vordergrund: Vernetzung. Auch die Autobauer folgen diesem Trend mit verschiedensten Visionen für die Zukunft.

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(Foto: Audi)

Ein Autohersteller zeigt Video-Streaming im Armaturenbrett, ein anderer das Auto, das an Geburtstage erinnert, ein Zulieferer ein Fahrzeug, das für andere Parkplätze sucht. Das ist keine Automesse im Jahr 2026, sondern findet jetzt gerade in Las Vegas statt. Warum es so wenig ums Autofahren selber geht? Dass es sich bei der Messe um die weltgrößte Show für Unterhaltungselektronik handelt, ist nur ein Teil der Antwort.

Mit der Elektronikmesse CES (6. bis 9. Januar) hat sich seit einigen Jahren ein Termin in die Ausstellungs-Kalender der Autohersteller geschlichen, der weniger einen Ausblick auf Modelle der kommenden Monate gibt, als vielmehr die Zukunftsthemen der Branche zu konkretisieren.

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Während Otto-Normalfahrer seinen Neuwagen mit W-Lan-Hotspot und adaptivem Tempomaten auf dem allerneuesten Stand wähnt, wird hier Technik gezeigt, die mehr oder weniger zeitnah auf den Markt kommen kann. Das im vergangenen Jahr absolut beherrschende Thema „autonomes Fahren“ ist in diesem Jahr bei den Messeauftritten etwas in den Hintergrund getreten. Weniger getrommelt wird aber nur deshalb, weil längst gesetzt ist, dass das selbstfahrende Auto kommt.

Brandheiß in diesem Jahr: Die – wie es im PR-Sprech heißt – nahtlose Integration des Autos in die digitale Lebenswelt des Fahrers. Weil er es gewohnt ist, mit dem Smartphone immer und überall vernetzt zu sein, erwartet der Autofahrer dies auch von seinem Fahrzeug, so das Ergebnis der Autohersteller-Marktforschung.

Mit diesem Trend steht die Autoindustrie natürlich nicht alleine da, vom Turnschuh bis zur Toilette wird auf der CES vernetzt bis zum Geht-nicht-mehr. Im sogenannten „Internet der Dinge“ sind Gegenstände mit Verbindung zum World Wide Web und Sensoren schlauer als bisher.

„Das Auto wird immer mehr Teil des Internets der Dinge“, sagte also auch BMW-Entwicklungschef Klaus Fröhlich. In der Vision der Münchner empfiehlt der Wagen anhand von Wetter und Verkehrslage die morgendliche Startzeit und Route ins Büro, weist darauf hin, auf dem Weg der Kollegin zum Geburtstag Blumen zu kaufen und klimatisiert sich schon einmal, wenn es anhand der Vorgänge im Smart Home – also dem durch und durch digitalisierten Zuhause - bemerkt, dass es bald los geht.

Weil das Auto mit Smartphone oder anderen Geräten über die Cloud verbunden ist, kann der Wagen auf die dort hinterlegten Daten zurückgreifen. Bei VW könnte das Auto bei Regenwetter auch daran erinnern, dass sich kein Schirm im Auto befindet – denn der ist im Internet der Dinge natürlich ebenfalls online.

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