CES 2016: Jetzt wird das Auto richtig schlau

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Dank der umfassenden Vernetzung kann man dem Auto über ein Armband künftig Sprachbefehle erteilen (Volvo), ganz wie vor 30 Jahren in der Serie „Knight Rider“. Auch das Öffnen und Schließen oder sogar das Starten eines Autos per Smartphone ist keine Zukunftsmusik mehr. Daimlers neue E-Klasse, die in der kommenden Woche in Detroit vorgestellt wird, soll diese Features mitbringen.

Das Auto der Zukunft hat auch eine altruistische Ader: Es scannt mit seinen Parksensoren im Vorbeifahren die freien Parkplätze auf der Strecke und teilt sie mit anderen Fahrzeugen (Bosch). Konsequenterweise ist der Wagen künftig auch mit dem Fußgänger vernetzt, der zu sehr mit seinem Smartphone beschäftigt ist, um auf die Straße zu achten (Delphi) und bremst für ihn.

Vertieft wird die Beziehung Mensch-Auto durch neue Interaktionsmöglichkeiten. Riesige Displays beherrschen die Innenräume künftiger Fahrzeuge. Gesteuert werden sie beispielsweise durch Gesten, bei BMW kann man durch das Händewedeln durch die Menüs wischen, ohne den Bildschirm zu berühren. Zulieferer Bosch kombiniert zu ähnlichen Funktionen eine Blicksteuerung: sieht man ein Icon an, kann man es per Geste aktivieren. VW will eine deutlich simplere Gestensteuerung noch in diesem Jahr in der Kompaktklasse einführen, eine seriennahe Version haben die Wolfsburger in Las Vegas gezeigt.

Interessant: Selbst in neuster 3D-Ansicht des Cockpits ahmen digitaler Drehzahlmesser und Tacho die analoge Darstellung (runde Formen und Zeiger) nach – und das wird auch so bleiben, glaubt Glen de Vos, Vize-Präsident der Delphi-Sparte Infotainment & Fahrerschnittstelle: „Das ist der effizienteste Weg, diese Infos anzuzeigen. Und: Die Menschen mögen es, die Veränderung der Geschwindigkeit, also die Bewegung des Zeigers zu sehen.“

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Sind es also rollende Smartphones, mit denen wir künftig unterwegs sind? „Für ein Auto werden Antrieb, Plattform oder Design immer wichtig bleiben. Was wir aber sehen, ist dass das Erlebnis mit dem Auto für die Kunden wichtiger wird“, so Volvos IT-Chef Klas Bendrik. Die Schweden haben gerade angekündigt, dass sie zusammen mit dem Mobilfunkkonzern Ericsson künftig Videos ins Auto streamen wollen – dann, wenn Autos autonom fahren.

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, so Bendrik: „Noch vor wenigen Jahren hätte man sich kaum vorstellen können, was wir heute hier präsentieren. So viele Dinge haben sich in der Automobilindustrie rapide verändert, diese Entwicklung wird in den kommenden Jahren eher mehr werden.“

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