CES 2016: Jetzt wird das Auto richtig schlau

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Auch bei Ford wird vernetzt. Der Autobauer lässt seinen populären Pickup-Truck F-150 per Software mit Drohnen verbinden. Die Idee ist, dass Landwirte, Bauarbeiter, Brücken-Inspektoren oder Krisenhelfer die Fluggeräte direkt über den Bildschirm im Cockpit steuern können. Außerdem bahnt sich eine Partnerschaft mit dem Online-Händler Amazon an. Ford testet die Integration mit Amazons Smarthome-Assistenten Alexa. Über die Verbindung könnten zum Beispiel per Sprachbefehl aus dem Auto heraus Hausgeräte eingeschaltet oder Garagentore geöffnet werden.

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Kia machte auf der CES mit verschiedenen Systemen rund um das autonome Fahren von sich reden. So zeigten die Koreaner anhand eines Kia Soul ein Nothaltesystem, das per Kamera das Gesicht des Fahrers ständig im Visier hat. Registriert diese, dass der Fahrer einen bestimmten Zeitraum nicht mehr auf die Straße schaut, lenkt es das Auto automatisch an den Standstreifen oder den Straßenrand und bringt es zum Stehen. Das System funktioniert auch bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Zudem hält das Auto automatisch die Spur, schert selbsttätig aus oder ein oder erkennt bei Abfahrten die richtige Spur. Nach der Planung von Kia sollen spätestens bis 2020 diverse teilautonome Systeme in Serie kommen. Vollautonomes Fahren plant Kia bis 2030.

Wesentliche CES-Neuerungen arbeiten komplett im Hintergrund. So stellte der Chiphersteller Nvidia zwei Automotive-Computer und eine Softwarelösung vor, mit dem sich selbstfahrende Fahrzeuge steuern und neuartige Displaysysteme im Cockpit eines Autos realisieren lassen. Die Nvidia-Systeme werden unter anderem von Audi bei der Entwicklung selbstfahrender Autos eingesetzt.

Google probiert in seinen Roboterwagen einen neuen Chip für Radar-Anlagen aus, der die Kosten selbstfahrender Fahrzeuge deutlich drücken könnte. Mit dem neuen integrierten Chip könnten Radar-Sensoren im Briefmarken-Format unauffällig praktisch überall im Auto untergebracht werden, der Stromverbrauch sei 40 Prozent niedriger als bei heutigen Systemen, erklärte der Halbleiter-Spezialist NXP am Montag zur Technik-Messe CES in Las Vegas. Die Chips würden auch von anderen NXP-Kunden getestet, hieß es. Sie wurden jedoch im Gegensatz zu Google nicht namentlich genannt.

Faraday Future: Zukunftsmusik

Dass nicht nur Apple oder Google den Platzhirschen gefährlich werden könnten, zeigt bei der CES der Neuling Faraday Future. In 18 Monaten schraubte die von einem chinesischen Milliardär finanzierte Firma einen Super-Sportwagen mit Elektroantrieb zusammen. „Man braucht keine 100-jährige Tradition, um zu definieren, wie die nächste Generation der Mobilität aussieht“, gab sich Top-Manager Nick Sampson auch noch betont forsch bei der Präsentation in Las Vegas.

Auch ein Serienfahrzeug feierte auf der CES Premiere. So hat General Motors die Produktionsversion des Elektroautos Chevrolet Bolt vorgestellt. Das Modell soll mit einem günstigeren Preis als bisherige Elektrofahrzeuge größere Chancen auf einen Erfolg im Massenmarkt haben. Der Bolt werde nach Abzug staatlicher Vergünstigungen in den USA rund 30.000 Dollar kosten, sagte GM-Chefin Mary Barra. Die Reichweite soll bei mehr als 320 Kilometern liegen. GM will bei Kunden auch mit kleineren Details punkten: Der Rückspiegel ist ein Display, auf dem Bilder von einer Kamera übertragen werden.

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