CES 2018: Nun kommt die Sprachsteuerung

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Für Jeep ist die CES indirekt ein Heimspiel. Doch während andere Hersteller automatisierte Fahrzeuge und Hightech-Bildschirm- und Bediensystemen zur Schau stellen, präsentiert Jeep nur ein paar Meter von Toyotas Zukunftspärchen entfernt den neuen Wrangler – ein Offroad-Urgestein ohne jeden Captain-Future-Charme. Auch das ist eben Las Vegas und bei den überfluteten Straßen der Spielermetropole wäre der Wrangler fraglos einer der Stars. Da täte sich der ebenfalls in Vegas präsentierte Kia Niro EV schon schwerer.

Den nächsten Anlauf in eine ungewisse Zukunft macht Henrik Fisker mit seiner eigenen Automarke. Auf der CES präsentiert der kreative Däne seine viertürige Coupé-Limousine namens Emotion als Konkurrenz zu Teslas Model S. Sie kann vollautonom fahren, hat eine Reichweite von über 600 Kilometern und soll 260 km/h schnell sein. Einmal mehr schick anzuschauen, doch ob dieses Modell nach den zahlreichen Versuchen der vergangenen Jahre diesmal zu einem Erfolg wird? Eher fraglich.

CES 2018: Das zeigen die Zulieferer

Doch es sind auf der CES nicht immer Autos oder große Neuheiten, die Besucher locken. Einige Firmen zeigen mit ihren aufwendigen 3D-Drucken, dass die Gestaltung von Gegenständen – gerade auch für Autoindustrie – keine Grenzen kennt. Bei Zulieferern stehen Bedien- und Anzeigesysteme im Fokus. Sprache und Geste scheint hier Dreh-Drücksteller und Touchfunktionen mehr und mehr in den Hintergrund zu drücken.

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ZF selbst zeigt auf der CES das Lenkrad der Zukunft für autonom fahrende Autos ab Level 3, also für Fahrzeuge, bei denen für längere Zeit Computer das Fahren übernehmen. Zu den wichtigsten Funktionen des Volants zählt, den Fahrer per LED-Lichtband zu informieren, wer gerade am Steuer ist. Im autonomen Modus leuchtet es blau, bei manueller Steuerung rot. Sensoren können zudem erkennen, ob das Steuer dabei auch wirklich vom Menschen gegriffen wird.

Den Fahrer entlasten soll eine neue Sprachsteuerung von Bosch namens Casey. Statt auf starre Befehle zu reagieren, versteht und spricht das System natürliche Satzkonstruktionen und sogar Akzente und Dialekte. Der Assistent soll dank Künstlicher Intelligenz so gut sein, dass er Knöpfe und Touchscreen-Menüs überflüssig macht. Und er funktioniert sogar, wenn das Auto offline ist.

Eine spannende Neuentwicklung auf der CES ist von Rinspeed die Roboterauto-Studie Snap. Chassis und Fahrgastzelle der selbstfahrenden Kapsel sind getrennt und lassen sich einzeln austauschen. Dies ermöglicht eine Nutzung unterschiedlicher Aufbauten auf demselben Chassis. Der Tausch funktioniert auch andersherum: Sind Elektromotor oder Batterie verschlissen, kann die intakte Passagierkabine einen neuen Unterbau bekommen. Der in die beiden gelenkten Achsen integrierte E-Antrieb des Snap stammt übrigens von ZF.

Bleibt die Frage, ob die CES für die Autoindustrie eine feste Größe bleibt, oder sich in den kommenden Jahren weitere Firmen zurückziehen. Nach dem Dauerregen der ersten Tage soll jetzt wieder die Sonne scheinen. Das kann kaum ein Zufall sein.

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 Stefan Grundhoff

Stefan Grundhoff

Journalist