CES Las Vegas: Freundliche Übernahme

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„Menschen agieren mittlerweile anders, indem sie ihre Informationen teilen und mehr Produkte als je zuvor konsumieren.“ Er erzählt, dass es 47 Prozent aller Befragten nicht 24 Stunden ohne ihr Smartphone aushalten würden. Genau der richtige Punkt, um auf der CES Fords neues Bediensystem Sync 3 vorzustellen, dessen Vorgänger einst den Weg für die Vernetzung von Auto und Telefon ebnete. „Eines Tages werden die Assistenzsysteme den Fahrer ersetzen können“, blickt Ford-Cheftechniker Raj Nair in die Zukunft.

Zehn Autobauer sind dieses Jahr im Las Vegas Convention Center vor Ort. Längst sind aus den Fahrzeugen rollende Infotainment-Zentralen geworden, vollgepackt mit Computertechnik. Das Auto der Zukunft wird ein Teil des Internets sein und sich mit anderen Vehikeln vernetzen.

Mercedes haut auf die Pauke

Am meisten haut Mercedes auf die Pauke und zeigt mit dem F 015 Luxury in Motion die reale Vision des Autofahrens im Jahre 2030. Brennstoffzelle, Elektroantrieb und ein Tropfendesign. „Noch nie hatte ein Autohersteller auf der CES ein eigens entwickeltes Auto im Gepäck“, freut sich CES-Chef Gary Shapiro über Daimlers Großaufschlag. Fahren wird zur Nebensache, weil der F 015 das ohne Zutun der Insassen selbst erledigt. „Wer nur an die Technik denkt, hat noch nicht erkannt, wie das autonome Fahren unsere Gesellschaft verändern wird“, sinniert Mercedes-Chef Dieter Zetsche, „das Auto wächst über seine Rolle als Transportmittel hinaus und wird endgültig zum mobilen Lebensraum.“

Vieles auf der CES dreht sich um das autonome Fahren; noch mehr geht es jedoch um Daten. „25 GB Daten sammelt ein fahrendes Auto in der Stunde“, erklärt Mark Fields, „unser Anspruch bei Ford ist nicht, Marketing-Slogans zu erfinden oder das erste autonome Auto auf die Straße zu bringen. Wir wollen das erste autonome Ford-Modell erreichbar für die Massen zu machen.“ Daten aus der Cloud sollen die Mobilität effizienter werden lassen und die Anzahl der Unfälle weiter reduzieren.

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Der Grafik-Spezialist Nvidia mischt im Automotive-Bereich schon längst kräftig mit: Der kalifornische Konzern hat mit Nvidia Drive ein System vorgestellt, das besonders schnell zwischen Fußgängern und Radfahrern unterscheiden kann. Dank der extrem starken Rechenleistung des Tegra X1 Chips, kann das Steuergerät die Daten von bis zu zwölf hochauflösenden Kameras verarbeiten. „Dieser Auto-Computer wird stärker sein, als alle Rechner, die sie heute kennen“, macht Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang klar.

Die CES ist kein Nebenschauplatz mehr, sondern eine wichtige Technologiemesse. Die Zeiten, in den ein Auto etwas verloren auf einem Teppich herumstand, während die Pullunder tragenden Besucher, sich für Bildschirme und Quadcore-Prozessoren interessierten, sind vorbei. Heute hauen die Automobilisten richtig auf den Putz: Die Ausstellungsfläche für automobile Technologien hat sich in den letzten fünf Jahren auf 15.300 Quadratmeter verdoppelt.

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