Chevrolet amerikanischer denn je

Autor / Redakteur: Das Interview führte Jens Rehberg / Jens Rehberg

Sechs Jahre nach dem Label-Tausch ist es dem Fabrikat laut Importeurs-Chef Steffen Raschig nahezu gelungen, die Erinnerung an das Daewoo-Erbe aus dem Bewusstsein der deutschen Kunden zu löschen.

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Redaktion: Hier in Frankfurt debütiert der Malibu – ein neuer Versuch in der Mittelklasse. Wie stellen Sie es an, dass der Malibu anders als der Epica wirklich aus den Startlöchern kommt?

Steffen Raschig: Nach dem Chevrolet-Relaunch haben wir noch lange auf den alten Plattformen aufgebaut – auch mit dem Epica. Der Malibu hat damit nichts mehr zu tun, er basiert auf der GM Mittelklasse Architektur. Völlig andere Technologie, völlig andere Ausstattung, der Wagen spielt in einer anderen Liga. Außerdem lehnt sich das Design ganz leicht an den Camaro an, was unterstreicht, dass das Auto amerikanische Wurzeln hat.

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Wie oft wollen Sie ihn verkaufen?

Als Importfabrikat muss man im Mittelklassesegment, das eindeutig in deutscher Hand ist, realistisch sein. Es gibt noch keine Verkaufsplanung – jetzt holen wir das Fahrzeug erst mal nach Deutschland, positionieren es sukzessive und dann erobern wir das Segment in vernünftigen Schritten.

Der Insignia fängt bei 23.300 an – dann wären 21.000 ein guter Startpreis für den Malibu?

Wir haben ihn noch nicht eingepreist, aber die Richtung stimmt.

Der Volt – Opel wird um den Ampera herum einen gewaltigen Werbedruck aufbauen. Mit konventionellen Werbemethoden da dagegenzuhalten macht wahrscheinlich wenig Sinn – wie wollen Sie trotzdem Aufmerksamkeit für den Chevy Volt generieren?

Wir wollen da gar nicht gegenhalten. Wir haben den Volt im Chevrolet-Line-Up als Fahrzeug positioniert, dass uns in Sachen Green Technology weiterbringen wird. Es geht darum, zu zeigen, dass die Marke Chevrolet nicht nur große Autos mit viel PS und hohem Spritverbrauch hat, sondern auch in zukunftsweisende Technologien investiert und der es sogar gelungen ist, mit der Technik im Volt Erster zu sein.

Wie geht es beim Thema E-Mobility bei Chevrolet weiter?

Das Volt-Konzept lässt sich auch in andere Fahrzeuge transferieren – ich bin gespannt, was da noch kommen wird.

Welche Modelle kommen in Frage?

Dazu kann ich noch nichts sagen.

Das Miray-Konzept – was wollen Sie damit zeigen? Geht es allein um das Thema Emotion?

Man wird möglicherweise Designelemente dieses Konzepts bei künftigen Modellen wieder finden. Das gleiche gilt für Antriebskomponenten.

Der Camaro: Acht Zylinder für unter 40.000 Euro – wie viele Händler werden ihn vermarkten?

Wir haben vor, in Deutschland 60 Standorte zu besetzen. Der Camaro soll ausschließlich bei Chevrolet-Partnern vermarktet werden, es gibt keine exklusiven Camaro-Standorte. 36 haben wir bislang abschließen können. In den 60 geplanten Standorten sind allerdings 8 Open Points miteingerechnet, an denen wir noch keinen passenden Partner haben.

Auf Seite 2: Camaro-Absatzerwartung

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