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Chevrolet plant nachrüstbare Elektroauto-Bausätze

Autor: Jakob Schreiner

Wer ein Auto mit Verbrenner elektrifizieren will, kann bald auf einen fertigen Bausatz des amerikanischen Autobauers zurückgreifen. Ab 2021 soll der Verkauf starten; zertifizierte Werkstätten in den USA sollen den Einbau übernehmen.

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Chevrolet wird auf der SEMA 360 einen 1977er K5 Blazer vorstellen, der auf vollelektrischen Antrieb umgerüstet wurde.
Chevrolet wird auf der SEMA 360 einen 1977er K5 Blazer vorstellen, der auf vollelektrischen Antrieb umgerüstet wurde.
(Bild: Chevrolet)

Der Autobauer Chevrolet will einen nachrüstbaren E-Antriebsstrang vermarkten. In der zweiten Hälfte des Jahres 2021 sollen die ersten „E-Crate“ genannten Umrüstkits verkauft werden, wie das US-amerikanische Unternehmen am Donnerstag in Detroit mitteilte. Zertifizierte Werkstätten sollen damit in der Lage sein, Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren umzurüsten.

Um zu verdeutlichen, was mit dem Bausatz möglich ist, haben die Amerikaner einen herkömmlichen K5 Blazer aus dem Jahr 1977 umgerüstet. Das Herzstück des Antriebsstrangs ist ein 149 kW/200 PS starker Elektromotor, der von einem 60-kWh-Akku gespeist wird. Der Motor schickt rund 360 Newtonmeter Drehmoment auf eine Viergang-Automatikgetriebe. Der Rest des originalen Antriebsstrangs des Blazers bleibt unberührt, einschließlich des Verteilergetriebes, Antriebswellen und Achsen, heißt es weiter.

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Ein Großteil des elektrischen Antriebsstrangs sowie der verbauten Steuergeräte und Kabelbäume stammt aus dem bereits bekannten E-Auto Chevrolet Bolt. Dadurch bleibt beispielsweise auch der Überladungsschutz der Batterie erhalten, und das regenerative Bremsen soll weiter möglich sein. Nach- bzw. umgerüstet werden muss hingegen eine elektrische Servolenkung sowie eine elektrische Vakuumpumpe, die serienmäßig das Bremssystem versorgt. Der E-Blazer soll auf der nur virtuell stattfindenden Las-Vegas-Autoshow „Sema 360“ präsentiert werden. Einen Preis für den E-Bausatz nannte der Autobauer nicht. Fraglich bleibt auch, ob der Bausatz in Europa erhältlich sein wird.

Den Einbau des E-Crate-Kits sollen von Chevrolet zertifizierte Händler und Werkstätten durchführen können. Voraussetzung ist, dass sie über die Schulungen, Werkzeuge und Gerätschaften verfügen, die für die Arbeit mit Hochspannungssystemen erforderlich sind.

Gänzlich neu ist dieser Ansatz übrigens nicht: Chevrolet hat bereits in den Vorjahren einen Camaro für das Drag-Racing und einen Hot-Rod-Pick-up in ähnlicher Weise elektrifiziert. Und auch andere Hersteller und spezialisierte Unternehmen haben bereits ähnliche Umbauten an diversen Oldtimern wie dem Jaguar E-Type oder dem VW Käfer vorgenommen.

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 Jakob Schreiner

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Redakteur Ressort Service & Technik