China-Marke „Qoros“ startet 2013 in Deutschland

Redakteur: Christoph Baeuchle

Die Chinesen drängen einmal mehr auf den deutschen Markt. Ab 2013 will ein Joint-Venture rund 150.000 Fahrzeuge, die Magna entwickelt haben soll, nach Europa exportieren.

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Mit „Qoros“ versucht ein weiterer chinesischer Hersteller in Europa den Markteintritt.
Mit „Qoros“ versucht ein weiterer chinesischer Hersteller in Europa den Markteintritt.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die etablierten Hersteller bekommen einen neuen Wettbewerber: Die Israel Corp. will gemeinsam mit ihrem Partner Chery Automobile hochwertige Fahrzeuge produzieren. Bisherigen Informationen zufolge will das Joint Venture CQAC bereits im nächsten Jahr mit der Produktion von drei Modellen beginnen. „Dabei handelt es sich um zwei Mittelklassefahrzeuge und einen Kompakt-SUV“, erläutert China-Experte Jochen Siebert, JSC Automotive, im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE«.

Die beiden Partner wollen ihre Fahrzeuge in der Nähe von Shanghai produzieren. Laut Siebert hat das Werk eine Kapazität von 300.000 Einheiten. „Mit 150.000 Einheiten ist die Hälfte für den europäischen Markt bestimmt, vorrangig für Deutschland.“ Entwickelt wurden die Fahrzeuge nach Informationen der „Financial Times Deutschland (FTD)“ vom österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna.

Chery ist nur Juniorpartner

Damit gewinnt die Zusammenarbeit zwischen Chery Automobile und dem zur Israel Corporation gehörenden Unternehmen Quantum konkrete Züge. Bereits Anfang 2008 hatten beide Unternehmen ihre Zusammenarbeit bekannt gegeben. Allerdings unter anderen Vorzeichen: Nach Informationen von »kfz-betrieb ONLINE« spielt Chery Automobile mittlerweile nur noch eine Statistenrolle: Um in China zu produzieren, braucht Israel Corp. einen heimischen Partner. Die weitere Kooperation soll möglichst klein gehalten werden.

„In dem Unternehmen sind zahlreiche ehemalige Manager von Volkswagen beschäftigt“, erläutert Siebert. Dies erkläre auch die Ausrichtung auf den europäischen Markt. Ein Manager von McKinsey sollte ursprünglich den Automobilhersteller führen, war allerdings nach nur kurzer Zeit wieder zur Unternehmensberatung zurückgekehrt.

Die Marke, unter der die Autos auf den Markt kommen, heißt „Qoros“. „Wir sind noch dabei, die Bekanntgabe unserer Marke zu planen“, sagte ein Firmensprecher gegenüber der „FTD“. Laut der Wirtschaftszeitung beträgt das Investitionsvolumen von Israel Corporation rund 900 Millionen Dollar. Das Unternehmen ist auch an Better Place beteiligt, dem von Shai Agassi gegründeten Infrastrukturanbieter für Elektromobilität. Insgesamt werde das Joint Venture mit 1,5 Milliarden Dollar bewertet.

Unsichere Erfolgsaussichten

Dennoch ist Siebert skeptisch über einen möglichen Erfolg der neuen Marke: „Ich sehe darin keinen ernst zu nehmenden Wettbewerber für die etablierten Hersteller“, erläutert der Berater von JSC Automotive. „Die Industrie lebt von Skalenerträgen. Da ist es schwierig mit 300.000 Einheiten gegen einen Hersteller mit mehreren Millionen Einheiten anzutreten.“

Zudem sieht Siebert auch nicht die Möglichkeit, in China wesentlich günstiger zu produzieren. „China ist kein Low-Cost-Land.“ Dies hätten bereits einige Lieferanten wie Delphi erfahren müssen, die den Rückzug angetreten haben.

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