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China rettet Audi den April

| Autor: Christoph Seyerlein

Audi ist zwar mit einem leichten Plus ins zweite Quartal des Jahres 2018 gestartet. Dieses Wachstum ist aber fast allein auf den weiter boomenden chinesischen Markt zurückzuführen. In Deutschland und Europa hat die Marke dagegen zu kämpfen.

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Auch für den Audi A8 ist China der wichtigste Absatzmarkt.
Auch für den Audi A8 ist China der wichtigste Absatzmarkt.
(Bild: Audi)

Audi hat auch im April beim Absatz weiter zulegen können. Mit 160.900 verkauften Autos steigerte sich die VW-Tochter im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,1 Prozent. Schon der Blick auf die bisherige Gesamtjahresbilanz zeigt aber: Wirklich rosig waren die Zahlen im April nicht. Denn nach vier Monaten ist das Fabrikat mit 624.650 Neuzulassungen und einem Plus von 8 Prozent deutlich stärker gewachsen als zuletzt.

Und auch die Konkurrenz war im April stärker unterwegs als Audi – jedenfalls, wenn man die Zahlen von Mercedes betrachtet. Die Stuttgarter haben im zurückliegenden Monat mit 192.558 erneut deutlich mehr Autos verkauft als die Ingolstädter. Die April-Zahlen von BMW sind noch nicht bekannt, zuletzt lagen die Münchner zumeist aber ebenfalls vor Audi.

Auch der Blick in die einzelnen Märkte zeigt, dass der April kein besonders guter Monat für Audi war. In Europa lief es für die Marke mit 72.550 abgesetzten Einheiten klar schlechter als vor einem Jahr (-4,1 %). Noch mieser fiel die Bilanz in Deutschland aus, wo 26.696 Neuzulassungen einen Rückgang um 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat bedeuteten – und das, obwohl der Gesamtmarkt hierzulande im April um acht Prozent zulegte.

Audi führt seine Probleme in Europa auf die anstehenden Modellwechsel zurück. Ein Blick auf die offiziellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) kann das aber nicht gänzlich bestätigen. Beispiel Audi A6: Diesen verkaufte Audi im April hierzulande mit einem Absatz von 3.773 Einheiten besser als vor einem Jahr (3.576 Einheiten). Ähnlich verhält es sich beim A7, bei dem es sogar deutlich voranging (April 2018: 457 Einheiten, April 2017: 190 Einheiten).

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Umgekehrt läuft es dagegen tatsächlich bei A1 (April 2018: 1.867 Einheiten, April 2017: 2.283 Einheiten) und Q3 (April 2018: 1.484 Einheiten, April 2017: 2.186 Einheiten), die ebenfalls vor einem Modellwechsel stehen.

Und so war es wieder einmal an China, die Bilanz von Audi zu retten. Dort ging es für die Marke mit den vier Ringen im April mit 52.411 zweistellig aufwärts (+13,5 %). Allerdings konnte die VW-Tochter ihr bisheriges Jahres-Tempo im Reich der Mitte damit bei Weitem nicht halten: Kumuliert ist Audi nach vier Monaten mit 206.681 Auslieferungen um 33,5 Prozent gewachsen.

Etwas mehr Autos als vor einem Jahr verkaufte Audi im April in den USA (19.104 Einheiten, +2,1 %). Aber auch dort ging es langsamer voran als bisher im Jahr 2018 – kumuliert hat die Marke dort mit 69.156 Autos 7,5 Prozent mehr als zum gleichen Zeitpunkt 2017 abgesetzt.

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