Chrysler-Insolvenz: Keine Schockwelle für deutsche Händler

Redakteur: Jens Rehberg

Sowohl die Importeurstochter in Berlin als auch der Chrysler-Händlerverband sind optimistisch, gut durch die Insolvenzphase des US-Herstellers zu kommen. Die Teile- und Fahrzeugbelieferung gilt als gesichert. Auch die Zahlungen fließen wie gewohnt.

Firmen zum Thema

Der Insolvenzantrag des US-Autobauers Chrysler nach „Chapter 11“ in der vergangenen Woche hat derzeit keine erkennbaren Auswirkungen auf die deutschen Chrysler-Händler. Dies bestätigte Adrian Glöckner, Vorstandsmitglied des Chrysler-Händlerverbands, am Montag im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE«. „In der Allianz mit Fiat sehen wir viele positive Möglichkeiten“, so der Dresdner Händler im Hinblick auf den bevorstehenden Einstieg des italienischen Herstellers. Die Betreuung der Handelspartner durch den Importeur sei „wie immer“. Die wöchentlichen Zahlungsläufe funktionierten reibungslos. Sowohl die Banken als auch die Kunden reagieren zudem laut Glöckner zunächst „absolut gelassen“ auf die neue Lage.

„Wir erwarten in den nächsten vier Wochen natürlich keinen Absatzschub“, so Glöckner weiter, „aber ich persönlich finde das Konzept mit Fiat und Chrysler hervorragend, weil es Chrysler in den USA wieder auf die Beine hilft und dadurch profitieren dann auch wir.“

Chrysler Deutschland: „Wir sind nicht Teil des Insolvenzverfahrens“

Markus Hauf, Pressesprecher bei der deutschen Importeurstochter, betonte auf Anfrage, dass die Chrysler Deutschland GmbH nicht Teil des Insolvenzverfahrens in den USA sei. „Wir sind wenig erfreut, aber der Zukunft zugewandt“, fasste Hauf die derzeitige Stimmung im Berliner Firmensitz zusammen.

Der Importeur sei liquide und voll lieferfähig, was sowohl Teile als auch Fahrzeuge betreffe. Das werde auch für die gesamte Dauer des Insolvenzverfahrens so sein, das nach maximal 60 Tage beendet sein soll. „Wir haben genug Fahrzeuge auf Lager, außer jemand will eine lila Lackierung und gelbes Leder“, so Hauf mit einem Verweis auf die Fertigung einiger Chrysler-Modelle bei Magna im österreichischen Graz. Auch die Garantieansprüche der Partner seien gesichert.

Wie in der vergangenen Woche im Rahmen der Vermeldung des Insolvenzantrags bekannt geworden war, soll Fiat zunächst einen 20-prozentigen Anteil an Chrysler erhalten, der später auf 35 Prozent anwachsen soll. Die US-Regierung gibt Chrysler voraussichtlich weitere Hilfen in Höhe von rund acht Milliarden Dollar. Der Autobauer hat seine Produktion in Nordamerika inzwischen komplett eingestellt und will die Fertigung erst wieder nach Abschluss des Insolvenzverfahrens hochfahren.

(ID:300789)