Chrysler verliert Eigenständigkeit

Autor / Redakteur: Christoph Baeuchle/Julia Mauritz / Christoph Baeuchle

Monatelang hatte es in der Gerüchteküche gebrodelt, jetzt steht es fest: Fiat-Chef Sergio Marchionne will seine beiden Sorgenkinder Lancia und Alfa Romeo deutlich stärken. Lancia und Chrysler sollen künftig nur noch im Paket auftreten.

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Fiat und Chrysler schöpfen Synergien.
Fiat und Chrysler schöpfen Synergien.
( Archiv: Vogel Business Media )

Monatelang hatte es in der Gerüchteküche gebrodelt, jetzt steht es fest: Fiat-Chef Sergio Marchionne will seine beiden Sorgenkinder Lancia und Alfa Romeo deutlich stärken. Bei der Präsentation des neuen Fünfjahresplans des italienischen Konzerns kündigte Marchionne zudem an, die beiden Marken Lancia und Chrysler aneinanderzukoppeln. Mit Ausnahme von Großbritannien werde die Marke Chrysler künftig in Europa nicht mehr eigenständig erscheinen. Peu a peu sollen die Modellportfolios von Lancia und Chrysler zusammengeführt werden.

Grundsätzlich sieht die Zusammenarbeit vor, dass sich die Italiener auf die Produktion künftiger Mini- und Kleinwagen sowie einiger weniger Kompaktwagen konzentrieren. Die größeren Fahrzeuge kommen aus den USA.

Ab 2011 soll die neue Doppelmarke Lancia/Chrysler die beiden Chrysler-Modelle 300 C und Voyager verkaufen, ein Jahr später kommen zwei neue Modelle aus dem Kompaktsegment dazu. Ab 2013 soll es auch einen SUV geben. Damit macht Marchionne das Markenpaket zu einem Vollsortimenter.

Neue Ziele für Alfa

Mit dem Fabrikat Alfa Romeo, dessen Erfolg hierzulande in erster Linie auf dem Kleinwagen Mito fußt, hat Marchionne noch ehrgeizigere Ziele: In seiner Rolle als Vollsortimenter im Premiumbereich soll Alfa nicht nur in Europa zulegen – geplant ist, in den amerikanischen Markt einzusteigen. Dort will Alfa Romeo ab 2012 das neue Mittelklassemodell „New Giulia“ und einen SUV verkaufen.

Weltweit plant Fiat, in vier Jahren 800.000 Fahrzeuge der Marken Chrysler/Lancia und Alfa Romeo zu vermarkten.

Die Verkaufsziele des letzten Fünfjahresplans, der 2009 ausgelaufen war, hatten die beiden italienischen Traditionsmarken noch deutlich verfehlt. Statt der geplanten 600.000 Einheiten standen am Ende gerade einmal etwas mehr als ein Drittel davon unter dem Strich.

Maserati steigt ins E-Segment ein

Der Einstieg bei Chrysler soll aber nicht nur Alfa den Weg nach Amerika ebnen: Auch Maserati wagt den Sprung über den großen Teich. Zudem hat Marchionne den Einstieg der Edelmarke in das hart umkämpfte E-Segment angekündigt.

Stärken will der italo-kanadische Manager auch Jeep: Den Inbegriff des Geländewagens will er als weltweite Marke positionieren. Nach der Einführung des neuen Cherokee in diesem Jahr sollen 2013 der „New Cherokee“ und ein Geländewagen im C-Segment folgen.

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