Citroën: Onlinevertriebsaktion pusht den stationären Verkauf

Limitierter Verkauf eines Sondermodells

| Autor: Christoph Baeuchle

Grégory Fiorio ist Marketingchef von Citroën in Deutschland.
Grégory Fiorio ist Marketingchef von Citroën in Deutschland. (Bild: Citroën/Cewebe)

Redaktion: Vor rund zwei Monaten startete Citroën mit dem Onlinevertrieb einer 100-Jahre-Edition des C3. Wie kommt das neue Angebot bei den Kunden an?

Grégory Fiorio: Anfang Mai haben wir die ersten vier Fahrzeuge verkauft. Das war ein schöner Erfolg, wenn auch nicht unser oberstes Ziel. Das Projekt läuft noch bis Mitte Juni, dann werden wir unsere Erfahrungen auswerten und entscheiden, wie es weiter geht.

Vier Fahrzeuge sind noch eine überschaubare Größenordnung. Was möchten Sie erreichen?

Natürlich freuen wir uns über jedes verkaufte Fahrzeug. Aber für uns ist es wichtiger, die technische Lösung zu testen und Erfahrungen zu sammeln, welche Angebote beim Kunden ankommen.

Wie sieht die technische Lösung aus?

Als erstes Unternehmen aus der Automobilindustrie bieten wir eine 100-prozentige Onlinelösung ohne Medienbruch: von der Registrierung über die Bonitätsprüfung bis zum Video-Ident-Verfahren inklusiver elektronischer Signatur.

Das sagen andere wie Vehiculum auch von ihrer Lösung. Ist der ehemalige PSA-Partner aus der Sixt-Aktion wieder im Boot?

Wir haben eine 100-prozentige interne Lösung mit einigen Dienstleistern und der PSA-Bank Deutschland erarbeitet.

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Welche Rolle spielen die Händler bei der Aktion?

Es handelt sich um eine nationale Aktion, in die das gesamte Händlernetz integriert ist. Die Partner liefern die Fahrzeuge aus und erhalten die Margen und Boni wie bei einem Offlineverkauf. Mit dem Onlinevertrieb sprechen wir eine neue Zielgruppe an, die wir nicht zwangsläufig über die klassischen Vertriebskanäle erreicht hätten. Davon profitieren natürlich in erster Linie unsere Händler.

Warum sind dann auf der entsprechenden Webseite nur 75 Händler aufgelistet?

Wir haben aus Paris 100 C3 Origins mit einheitlicher Ausstattung bekommen. Diese haben wir an die Händler verteilt.

Nach welchen Kriterien?

Entscheidend war, dass wir bundesweit vertreten sind. Das haben wir mit dem Außendienst besprochen. Das Projekt ist von den Partnern gut angenommen worden. Innerhalb von 48 Stunden hatten wir zehn Anfragen von Händlern, die auch teilnehmen wollten.

Viele Händler, die nicht teilnehmen konnten, waren enttäuscht.

Hätten wir gewusst, wie gut das Projekt angenommen wird, hätten wir in Paris mehr Fahrzeuge bestellt.

Warum braucht man bei einem Modell, das mit einer 100-prozentigen Onlinelösung vertrieben wird, ein Fahrzeug vor Ort?

Wir versprechen den Kunden, dass sie innerhalb von drei Wochen ihr Fahrzeug bekommen. Muss man das Fahrzeug erst noch bestellen, funktioniert dies nicht. Von dem Projekt profitiert ja das gesamte Netz. Wir hatten 60 Prozent mehr Traffic auf unseren Webseiten und die Verkäufe in den Autohäusern haben deutlich zugelegt.

Wie sieht die Zukunft des Citroën-Onlinevertriebs aus?

Wir arbeiten an der Weiterentwicklung der Lösung, um den Onlinevertrieb zu einem zusätzlichen Vertriebskanal auszubauen. Entscheidend für uns ist, dass auch in Zukunft alle Händler davon profitieren.

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