Citroën C4 Cactus: Nur nicht konventionell

Autor / Redakteur: sp-x / Gerd Steiler

Der französische Hersteller bringt nach langer Zeit wieder ein Auto, das als Hingucker gefeiert werden darf. Allerdings ist er nicht nur anders aus Prinzip, sondern liefert Nutzwert auf charmante Art.

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Ab 13. September im Handel: Der neue Citroën C4 Cactus hat den Sexappeal eines SUV ohne tatsächlich eines zu sein.
Ab 13. September im Handel: Der neue Citroën C4 Cactus hat den Sexappeal eines SUV ohne tatsächlich eines zu sein.
(Foto: Citroën)

Jahrelang haben die Citroën-Fans auf ein Auto gewartet, das dem Namen des Herstellers endlich wieder zur Ehre gereichen würde. Mit dem C4 Cactus ist dieses Fahrzeug nun da. Frech und witzig wird der kompakte Allrounder ab 13. September um Kunden buhlen. Der günstige Einstiegspreis von 13.990 Euro soll Citroën helfen, vom Rabatt-Image wegzukommen.

Der Crossover mit der ausgefallenen Optik ist eine erfrischende Alternative. Er bietet zahlreiche Details, bei denen die Konstrukteure um die Ecke gedacht haben müssen. Beispiel Airbumps: Dabei handelt es sich um mit Luft gefüllte Kapseln aus einer Art weichem Kunststoff im Bereich der Flanken. Wenn ein anderes Auto auf diese Wabenstruktur trifft, hält sich der Schaden in Grenzen – so denn überhaupt einer entsteht bis fünf km/h Aufprallgeschwindigkeit.

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Der Cactus zieht seine Aufmerksamkeit mitnichten aus machohaftem PS-Geprotze oder hervorstechender Fahrdynamik. So gibt es ausschließlich dreizylindrige Benziner zwischen 55 kW/75 PS und 81 kW/110 PS sowie den altbekannten 1,6 Liter-Diesel in zwei Leistungsstufen (68 kW/92 PS und 73 kW/99 PS) – der stärkere erfüllt bereits Euro 6 und punktet mit einem Verbrauch von bis zu 3,1 Litern je 100 km (82 g CO2/km).

Um den Triebwerken das Spritsparen zu erleichtern, setzen die Techniker auf zahlreiche Leichtbaumaßnahmen. Selbst banale Details wie die Verkleinerung des Waschwasser-Behälters tragen zur Minimierung der Masse bei. Demnach startet der Basis-Cactus mit 965 kg leer.

Dabei ist der praktische Franzose alles andere als ein Sparmobil und bietet pfiffige Lösungen für Herz und Verstand. So bauen die Verantwortlichen auf die Vorzüge der digitalen Welt und spendieren selbst dem Grundmodell einen sieben Zoll großen Touchscreen, über den alle wichtigen Funktionen wie Bordcomputer, Klimasteuerung oder Radio abgewickelt werden. Je nach Griff in die Optionenliste kommen noch ein Navigationssystem sowie die Rückfahrkamera dazu. Bluetooth-Freisprechanlage sowie Einparkautomatik untermauern den technologischen Anspruch außerdem.

Viel Platz innen dürfte den außergewöhnlichen C4 zu einem kommoden Reisewagen machen, und jede Menge kleiner Ablagen tun ihr Übriges zur Chaos-Abwehr bei längeren Fahrten. Selbst das Gepäckraumvolumen geht mit maximal 1.170 Litern in Ordnung. Schließlich rangiert der 4,16 m lange Franzose nach heutigen Maßstäben am unteren Rand der Kompaktklasse. Dass der schicke Sparer bei entsprechender Modellauswahl und mit einem Plus an Sonderausstattungen die 25.000 Euro-Schallmauer durchbrechen kann, muss einem potenziellen Erfolg nicht schaden.

Nur eine wichtige Option fehlt in der reichhaltigen Sammlung: Wo bleiben Xenon- oder LED-Hauptscheinwerfer? Dass der Konzern beide Varianten kann, hat er längst bewiesen. Und Dingen wie Energieverbrauch sowie passiver Sicherheit kämen sie entgegen.

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