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Citroën Traction Avant: Liebling der Gangster

| Autor: Christoph Baeuchle

In der Regel stand er auf der Seite der Bösewichte. Doch das hat seinen Ruf eher gefördert als beschädigt. Mit dem Traction Avant hat Citroën vor 80 Jahren einen großen Wurf gelandet – nicht nur bei Bankräubern.

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Mit dem Traction Avant schrieb Citroën Automobilgeschichte.
Mit dem Traction Avant schrieb Citroën Automobilgeschichte.
(Foto: Citroën)

In zahlreichen Filmen hatte er eine Hauptrolle, in noch mehr eine Nebenrolle. Er war immer zur Stelle, wenn es rasant wurde: der Citroën Traction Avant. Der niedrige Schwerpunkt, die breite Spur und der lange Radstand waren ideale Voraussetzungen für eine rasante Flucht. Entsprechend wurde das 1934 vorgestellte Auto schnell zum Liebling der Gangster und übernahm in zahlreichen Filmen eine Helferrolle für die Bösewichte.

Angeblich soll sich auch die französische Resistance Verfolgungsjagden mit der Gestapo im Traction Avant geliefert haben. Sicher ist, dass Resistance-Kämpfer Albert Camus einen Traction Avant besaß. Allerdings kam der Nobelpreisträger später in einem Facel Vega zu früh ums Leben.

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Die Filmrollen haben dem Ruf des Modells nicht geschadet, im Gegenteil. Auch 80 Jahre nach der Vorstellung des 7A, wie das erste Modell der Avant-Reihe genannt wurde, fasziniert das Auto –allerdings nicht mehr Bankräuber, sondern Historiker und Oldtimer-Liebhaber. In der Geschichte des französischen Automobilherstellers spielt der Traction Avant eine tragende Rolle. Er hat das Image der Marke geprägt und strahlt bis heute nach.

Der französische Automobilhersteller setzte als einer der ersten Hersteller in Europa einen Frontantrieb in diesem Modell ein, der auch zum Namen der Reihe führte. „Es gab verschiedene Frontantriebler schon zuvor, aber der Avant Traction war der erste in Großserie“, betonte Immo Mikloweit, Automobilhistoriker und Buchautor, im Rahmen einer Veranstaltung in Köln-Gremberghoven.

Von den meisten Wettbewerbern jener Zeit unterschied er sich durch seine selbsttragende, aerodynamische Ganzstahlkarosserie. Ingenieur André Lefèbvre und Designer Flaminio Bertoni hatten einen einteiligen Kabinenaufbau samt ausgewogener Gewichtsverteilung entwickelt, die in erster Linie durch den deutlich niedrigeren Schwerpunkt sowie den Einbau des Getriebes vor Motor und Vorderachse erzielt wurde.

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