Clevere Angebote zum RDKS-Start

Autor Jan Rosenow

Topthema der Messe „Reifen“ 2014 war das Reifendruckkontrollsystem, das noch dieses Jahres Pflichtausstattung wird. Alle Hersteller von Aftermarket-Sensoren waren in Essen vertreten.

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Zwischen den RDKS-Sensoren von Alligator (hinten) und CUB besteht ein erstaunlicher Größenunterschied.
Zwischen den RDKS-Sensoren von Alligator (hinten) und CUB besteht ein erstaunlicher Größenunterschied.
(Foto: Rosenow)

Gute Stimmung in Essen: Die Messegesellschaft der Ruhrmetropole war mit den Zahlen der „Reifen“ 2014 zufrieden. Rund 20.000 Besucher aus 130 Ländern hatten den Angaben zufolge den Weg zur Weltleitmesse der Reifenbranche gefunden. Mit 670 Ausstellern aus 44 Nationen präsentierten sich zudem so viele Unternehmen wie noch nie. Topthema auf der Messe war das Reifendruckkontrollsystem, das bei allen Neuwagen ab dem 1. November dieses Jahres Pflichtausstattung sein wird. Und so waren alle Hersteller von Aftermarket-Sensoren in Essen vertreten, um die Werkstätten über ihre Produkte und Dienstleistungen aufzuklären.

Auch hielt der BRV eine Fachveranstaltung zu diesem Thema ab. Tenor: Wer Reifenservice an modernen Fahrzeugen anbieten will, der muss fit sein in Sachen RDKS. Wer allerdings die Sensoren nicht selbst programmieren und montieren will, hat eine Alternative: nämlich Kompletträder mit eingebauten, fertig konfiguriertem Sensor zu bestellen.

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Solche bietet beispielsweise der Würzburger Großhändler DBV an. Das Unternehmen hat alle nötigen Informationen in seinen Komplettradkonfigurator integriert: Der Nutzer sieht also sofort, ob zu seinem Fahrzeug ein RDKS-Sensor gehört und welches Protokoll auf den Sensor programmiert werden muss. DBV spielt sodann das Protokoll auf den Sensor und montiert ihn auf das Rad. Die Sensoren stammen von Alligator und passen an praktisch alle Stahl- und Aluminiumfelgen im DBV-Angebot. Das Anbringen am Rad sowie das Programmieren sind im Komplettradpreis inbegriffen.

Die cleveren Würzburger haben zudem an ein Detail gedacht, auf das wohl die wenigsten Werkstätten gleich kommen würden: Montieren sie am Kundenfahrzeug einen Satz Winterräder inklusive Sensoren und packen die Sommerräder in den Kofferraum, dann stören deren Sensoren das Steuergerät. Also gibt es bei DBV „abhörsichere“ Reifensäcke, die die Sensorsignale abschirmen.

Komplettradanbieter integrieren das RDKS

Auch bei Reifen Gundlach sind die eigenen Rädermarken Advanti Racing, Enkei und Oxxo allesamt „TPMS-ready“, meldet das Unternehmen – voll tauglich also für OE- oder Universalsensoren. Die technischen Informationen hat Reifen Gundlach online gestellt. Der Kunde sieht auf einen Blick, welches Design bei welchem Fahrzeug mit welchem RDKS ausgestattet werden kann. Die vollautomatische Radmontage bei Gundlach stellt die konfigurierten Räder innerhalb von 24 Stunden bereit.

Der Autozulieferer Huf, der mit Intellisens einen frei programmierbaren Sensor anbietet, informierte in Essen über ein Entwicklungsprojekt, an dem er derzeit arbeitet. Dabei handelt es sich um einen Reifensensor, der in die Lauffläche eingeklebt wird. Ein mechanischer Energiewandler wandelt die Energie aus der Reifenbewegung in elektrischen Strom um, sodass man auf die Batterie verzichten kann. Mit dem neuen Reifendrucksensor können zusätzliche Daten wie Reifengröße, Sommer- oder Winterreifen, zulässige Geschwindigkeit oder die Kilometerleistung des Reifens gespeichert werden – wichtig etwa für Fuhrparks, aber auch für die Werkstätten. Für die Serie wird dieses Produkt allerdings erst in einigen Jahren interessant.

Alligator entwickelt Reifendruckkontrolle für Lkw

Ventil- und Sensorhersteller Alligator präsentierte Weiterentwicklungen seines Sens.it-Konzepts, beispielsweise das RDKS-Serviceprotokoll zum Ausdrucken oder die Statistikfunktion, die die durchgeführten RDKS-Programmierprozesse auflistet und es erlaubt, mehrere Aufträge parallel abzuarbeiten. Ein wichtiges Entwicklungsprojekt ist Sens.it HD für schwere Nutzfahrzeuge, das im vierten Quartal serienreif sein wird. Angesichts der Vielzahl an Staus und Unfällen, die von Lkw mit Reifenschäden verursacht werden, ein überaus wichtiges Produkt, das leider vom Gesetzgeber nicht gefordert wird (im Unterschied zum Pkw).

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