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CO2-Ausstoß des Verkehrssektors ist stark gesunken

| Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Die Corona-Folgen haben den Waren- und Personenverkehr stark eingeschränkt. In der Folge sind die CO2-Emissionen im ersten Halbjahr um 40 Prozent gesunken. Inzwischen steigen sie wieder, auf Vorkrisen-Niveau ist das Verkehrsaufkommen aber noch nicht.

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Der CO2-Ausstoß des Verkehrssektors ist global wegen der Corona-Krise stark gesunken. Im Gegensatz zu anderen Emittenten ist der Vekehr noch nicht auf Vorkrisen-Niveau zurückgekehrt.
Der CO2-Ausstoß des Verkehrssektors ist global wegen der Corona-Krise stark gesunken. Im Gegensatz zu anderen Emittenten ist der Vekehr noch nicht auf Vorkrisen-Niveau zurückgekehrt.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Als Nebenwirkung der Corona-Pandemie ist der Ausstoß an Treibhausgasen im ersten Halbjahr 2020 deutlich gesunken. Laut dem Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ist im ersten Halbjahr 2020 8,8 Prozent weniger CO2 in die Atmosphäre gepustet worden als im Vorjahreszeitraum. Das war in absoluten Zahlen eine Einsparung von 1,6 Milliarden Tonnen.

Die größten Effekte der Kohlendioxid-Emissionen zeigen sich der PIK-Untersuchung zufolge für den Verkehr. Vor allem aufgrund des weit verbreiteten Arbeitens von Zuhause aus seien die CO2-Emissionen im Landverkehr im ersten Halbjahr 2020 weltweit um 40 Prozent zurückgegangen. Die Energiebranche habe mit einem Rückgang von 22 Prozent und die Industrie mit minus 17 Prozent dazu beigetragen. Auch fürs Heizen sei weniger Energie aufgewendet worden. Das Minus von 3 Prozent geht aber vor allem auf den milden Winter auf der Nordhalbkugel zurück.

Inzwischen haben die meisten Volkswirtschaften nach dem Ende starker Corona-Beschränkungen den Kohlendioxid-Ausstoß wieder auf das Vorkrisen-Niveau zurückgefahren. Einzig im Verkehrssektor ist bislang ein anhaltender Rückgang des CO2-Ausstoßes zu erkennen. Auf die Klima-Politik kann diese Entwicklung aber keinen Einfluss haben. Selbst ein langfristig geringerer Ausstoß des Verkehrssektors würde sich dies nur geringfügig auf die langfristige CO2-Konzentration in der Atmosphäre auswirken, schreibt das PIK.

Die PIK-Wissenschaftler fordern als Konsequenz einen Umbau von Industrie und Handel. „Individuelles Verhalten ist sicherlich wichtig, aber worauf wir uns wirklich konzentrieren müssen, ist die Verringerung der CO2-Intensität unserer globalen Wirtschaft“, sagte Co-Autor Hans Joachim Schellnhuber, Gründungsdirektor des PIK.

Die Forscher legten ihrer Untersuchung die Daten aus dem Carbon Monitor zugrunde, einem Forschungsprojekt aus mehreren Ländern. Sie hätten Daten der Stromerzeugung in 31 Ländern, des täglichen Fahrzeugverkehrs in mehr als 400 Städten weltweit, von Passagierflügen und der Industrieproduktion verwendet.

Ein eindringliches Ergebnis der Studie ist nach Ansicht des Nürnberger Wissenschaftlers Mario Liebensteiner, dass einschneidende Maßnahmen wie der Lockdown zu einem beispiellosen Emissionsrückgang beigetragen haben, der aber mit einem massiven Wohlstandsverlust erkauft wurde. Es sei deshalb unabdingbar, eine langfristige Transformation der Wirtschaft zu einem nachhaltigen, weitgehend emissionsarmen System zu erreichen.

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