Volkswagen CO2-Flottenziel knapp verfehlt

Autor / Redakteur: dpa/vh / Viktoria Hahn

Während Audi und die Kernmarke VW-Pkw das von der EU vorgegebene CO2-Ziel für das vergangene Jahr sogar übererfüllt haben, ist das dem gesamten Konzern trotz CO2-Pooling nicht gelungen. Die Überschreitung fiel jedoch vergleichsweise gering aus.

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(Bild: Volkswagen)

Der Volkswagen-Konzern hat seine von der Europäischen Union gesteckten Flottenziele für den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) im vergangenen Jahr wie erwartet leicht verfehlt. 2020 sank der durchschnittliche Ausstoß neu verkaufter Autos im Konzern zwar um rund ein Fünftel auf 99,8 Gramm je gefahrenem Kilometer, wie Volkswagen am Donnerstag in Wolfsburg mitteilte. In dem mit kleineren Herstellern bei der EU gebildeten maßgeblichen Pool zur CO2-Abrechnung lag VW aber insgesamt noch um rund 0,5 Gramm über dem Zielwert.

Im vierten Quartal entstehe dem Konzern dadurch keine weitere Ergebnisbelastung, weil bereits frühzeitig Rückstellungen gebildet worden seien. Die EU-Kommission muss die Abgaswerte noch offiziell bestätigen. Volkswagen-Chef Herbert Diess hatte bereits angekündigt, dass die Ziele um weniger als ein Gramm verfehlt werden dürften. Die Covid-19-Pandemie habe dem Konzern bei der Erreichung der Ziele einen Strich durch die Rechnung gemacht.

VW-Pkw und Audi erreichten ihre Ziele

Doch laut Volkswagen gibt es auch Positives zu vermelden: Die Pkw-Neuwagenflotte in der Europäischen Union habe – auch dank des Starts der neuen ID-Reihe – einen Durchschnittswert der CO2-Emissionen von 92 Gramm je gefahrenem Kilometer erreicht. Das gesetzliche Ziel habe für die Marke VW-Pkw bei 97 Gramm pro Kilometer gelegen. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Emissionen damit um 22 Prozent. Und auch die Tochter Audi habe ihr Flottenziel im vergangenen Jahr unterboten.

Die Wolfsburger wollen laut eigenen Aussagen bis 2024 mehr als elf Milliarden Euro in die Elektromobilität investieren und bis 2025 zwanzig neue vollelektrische Modelle auf den Markt bringen. Ebenfalls hatten sich erst kürzlich noch weitere Elektro-Marken dem VW-CO2-Pool mit dem chinesischen Hersteller SAIC und dessen Tochter MG angeschlossen: Hinzu kamen im Dezember mit Aiways und LEVC zwei weitere chinesische E-Auto-Anbieter, sowie der Aachener E-Kleinstwagenbauer Next E-Go Mobile. Die Abmachungen gelten bis 2022.

In der EU gelten sei dem vergangenen Jahr verschärfte Vorgaben für den CO2-Ausstoß. Branchenweit sollte dieser – von Übergangsregelungen abgesehen – bei 95 Gramm pro gefahrenem Kilometer liegen. Jeder Autohersteller hat je nach Marktposition und Schwere der produzierten Autos eigene individuelle Ziele zu erfüllen. Außerdem gab es „Supercredits“ etwa für die Anrechnung von E-Modellen, womit der relative Beitrag von Verbrennern gedrückt werden kann.

Weichen die realen Werte weit davon ab, drohen hohe Strafen: Pro verkauftem Fahrzeug und durchschnittlichem Gramm CO2 zu viel sind 95 Euro fällig – was sich im Fall großer Spannen bis zu Milliardenzahlungen addieren kann.

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