CO2-Grenzwerte: Daimler fährt noch hinterher

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Stoßen ihre Autos zu viel CO2 aus, drohen Pkw-Herstellern in diesem Jahr Milliardenstrafen. Viele können die Zahlungen wohl vermeiden, einige müssen sich aber anstrengen – vor allem einer.

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(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Die meisten Autohersteller müssen für 2020 wohl keine CO2-Strafen zahlen. Berechnungen der Umweltschutzorganisation ICCT zufolge liegt ein Gutteil der Branche aktuell unter ihren jeweiligen Grenzwerten, viele weitere sind nur noch knapp von ihren Zielen entfernt. Lediglich bei Daimler ist der Abstand noch groß.

Über alle Hersteller gesehen stoßen die Neuwagen in der EU, Norwegen, Liechtenstein und Island im laufenden Jahr durchschnittlich 106 Gramm CO2 pro Kilometer aus, ermittelt auf Basis des alten NEFZ-Messverfahrens. Vom Zielwert 95 Gramm trennen sie zwar noch 11 Gramm, doch davon darf die Branche noch einen guten Teil streichen.

So gewährt die EU etwa einen Extra-Bonus für jedes neu zugelassene E-Auto (sogenannte „Supercredits“), außerdem mindern sogenannte Öko-Innovationen die CO2-Last. Und nicht zuletzt bleiben in diesem Jahr die schmutzigsten 5 Prozent der Neuwagenflotte in der Bilanz noch außen vor. Rechnerisch sinkt der CO2-Ausstoß der Flotte dadurch auf 97 Gramm – und liegt somit nur noch 2 Gramm über dem Zielwert.

Für die einzelnen Hersteller gelten allerdings individuelle Limits. So sollen Wettbewerbsnachteile für Marken mit vielen großen und entsprechend emissionsstarken Modellen vermieden werden. Im Blick hatte die EU hier vor allem die deutschen Hersteller, deren Fahrzeugportfolio viele schwere Limousinen und SUVs enthält. Für Autobauer mit kleineren, leichteren und entsprechend sparsameren Fahrzeugen liegen die Zielwerte daher niedriger, oft sogar unter den 95 Gramm für den Branchenschnitt.

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Besonders gut im Rennen um die Klimagas-Reduktion liegt aktuell PSA-Opel. Die Neuwagen der Marken Peugeot, Citroen, DS, Vauxhall und Opel stoßen im laufenden Jahr durchschnittlich 92 Gramm CO2 aus – und lägen daher schon ohne Boni und Supercredits auf Kurs.

Speziell im Fall von Opel zahlt sich aus, dass man konsequent die durstigen Modelle und Motoren der GM-Ära aussortiert hat. Zieht man die von der EU zugestandenen Emissions-Rabatte ab, landet der französisch-deutsche Verbund bei einem Wert von 85 Gramm – und damit um knapp 7 Gramm unter der Vorgabe. Und das, obwohl die Elektro-Offensive der Konzernmarken gerade erst angefangen hat; im Branchenvergleich liegt PSA-Opel mit einem E-Anteil von 6 Prozent für das laufenden Jahr im unteren Drittel.

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