CO2-Grenzwerte: Daimler fährt noch hinterher

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Ganz anders Nissan. Die Japaner treten in der CO2-Wertung ohne Allianzpartner Renault an, kommen so auf einen E-Autoanteil von 10 Prozent und kassieren den maximalen Supercredit-Bonus. Ein Netto-CO2-Wert von 89 Gramm, der um 5 Gramm unter dem eigenen Pflichtwert liegt, hievt Nissan auf einen stabilen zweiten Platz im Klimaziel-Ranking.

Auf den beiden folgenden Positionen finden sich mit Toyota-Mazda und FCA-Tesla zwei Hersteller-Gruppen. Derartige Allianzen sind nach EU-Regeln ebenfalls möglich, um Härtefälle zu vermeiden. Ein solcher könnte ansonsten etwa FCA mit seinen Marken Fiat, Alfa Romeo, Jeep und Lancia sein. Ohne den reinen Elektroauto-Hersteller Tesla würden die Italiener kaum auf den aktuellen Netto-Wert von 89 Gramm kommen, der zwei Gramm unter ihrem 2020-Ziel liegt. Rund drei Gramm besser als nötig ist Toyota-Mazda mit aktuell 91 Gramm.

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Neben den Top-4 liegen mit BMW und Volvo auch zwei Premiumhersteller mit eher großen Modellen über Soll. Beide profitieren nicht zuletzt von den Supercredits für E-Autos und Plug-in-Hybride, dürfen mit 102 Gramm (BMW) und 108 Gramm (Volvo) aber auch einen größeren Abstand zum 95-Gramm-Branchenwert halten. Ebenfalls im grünen Bereich liegt Renault, wo das E-Modell Zoe für Erleichterung sorgt.

Im ICCT-Ranking folgt dann eine ganze Reihe von Marken und Gruppen mit relativ geringen Abständen zum Zielwert. Darunter Ford, die 6 Gramm einsparen müssen (Zielwert: 96 Gramm) und Volkswagen mit allen Konzernmarken, wo noch 7 Gramm reduziert werden sollten (Zielwert: 96 Gramm). Beide Marken wollen im Jahresverlauf neue E-Autos auf den Markt bringen, was über die Supercredit-Wertung einige Gramm Minderung bringen dürfte.

Daimler noch relativ weit weg

Schwieriger wird das für Daimler mit Smart und Mercedes, die aktuell 17 Gramm von den für sie obligatorischen 102 Gramm entfernt sind. Die Differenz zu überbrücken könnte schwer werden: Die Schwaben haben nach ICCT-Berechnungen bereits 6,5 Gramm aus der Supercredit-Regelung in der Bilanz stehen. Maximal sind in diesem Jahr aber nur 7,5 Gramm anrechenbar. Die CO2-Minderung muss also vor allem aus anderer Quelle kommen.

Für die Hersteller kann das Verfehlen ihrer CO2-Ziele teuer werden, drohen doch Strafen in Milliardenhöhe. Ob es für Daimler und Co. soweit kommt, bleibt jedoch abzuwarten. So rechnet die ICCT-Studie relativ vorsichtig und berücksichtigt beispielsweise noch kaum Boni durch Öko-Innovationen. Dieser CO2-Rabatt ist eingeführt worden, um die Einführung von Technologien zu stützen, die bei der normierten Verbrauchsmessung keinen großen Einfluss haben, im realen Straßenverkehr jedoch Sprit sparen können. Dazu zählen etwa LED-Scheinwerfer, die weniger Strom und somit letztlich Kraftstoff verbrauchen als herkömmliche Halogen-Leuchten. Bis zu 4 Gramm – so schätzen Experten – lassen sich so noch aus der CO2-Bilanz herausrechnen.

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