CO2-Ziele: BMW und Daimler geben sich optimistisch

Autor / Redakteur: dpa / Jakob Schreiner

BMW und Daimler erwarten, dass sie die CO2-Vorgaben für 2021 einhalten. Eine wichtige Voraussetzung sei dafür die Akzeptanz der Elektromobilität. Die Hersteller müssten Überzeugungsarbeit leisten, um die höheren Anschaffungskosten zu rechtfertigen.

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Der CO2-Ausstoß ist noch zu hoch, doch Daimler und BMW erwarten, die Ziele für 2021 erreichen zu können.
Der CO2-Ausstoß ist noch zu hoch, doch Daimler und BMW erwarten, die Ziele für 2021 erreichen zu können.
(Bild: Greenpeace / Fred Dott)

BMW und Konkurrent Daimler sind zuversichtlich, die strenger werdenden CO2-Vorgaben in Europa 2021 einhalten zu können und Strafzahlungen zu vermeiden. Der Kohlendioxid-Ausstoß der BMW- und Mini-Flotte liege unter dem der Wettbewerber, und mit zehn Plug-in-Hybriden und zwei vollelektrischen Autos von Jahresende an sei das Unternehmen gut unterwegs: „Wir können das schaffen“, sagte BMW-Chef Harald Krüger am Dienstag auf der Genfer Automesse. Aber der nochmals deutlich niedrigere Grenzwert von 2030 an „ist eine dramatische Herausforderung“.

Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche sagte in Genf: „Wir haben natürlich einen Plan, wie wir diese Ziele erfüllen wollen.“ Dessen Umsetzung habe man in wichtigen Punkten auch selbst in der Hand, zum Beispiel bei den Autos an sich. Darauf, wie die Infrastruktur zum Laden von Elektroautos wachse und ob die Kunden die Fahrzeuge dann auch kauften, habe man schon weniger Einfluss.

Beide Autobauer gehen außerdem davon aus, dass Kunden für die E-Fahrzeuge deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Dafür gebe es laut Zetsche für 2025 ziemlich konkrete Vorstellungen, wie sich die Kosten bis dahin entwickeln, für 2030 weniger konkrete. E-Autos böten etwas für die Allgemeinheit und auch für den einzelnen Kunden, zugleich gebe es Einschränkungen, etwa bei der Reichweite. Insofern könne man Annahmen treffen, wie sich die Kunden wohl verhalten werden. „Und die können dann richtig sein oder falsch“, sagte er weiter.

Bei BMW versuche man die Kunden schrittweise mit dem leisen Antrieb, der enormen Beschleunigung und den geringeren Wartungskosten zu überzeugen, sagte BMW-Chef Krüger. Das gelinge ganz gut: 80 Prozent der bisherigen E-Auto-Käufer kauften wieder ein Elektroauto.

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BMW verkauft heute neun Prozent seiner Autos mit Hybrid- oder Elektroantrieb, viele davon in China. Doch in vielen Ländern Europas liege der Anteil nur bei zwei oder drei Prozent, sagte Krüger. In den Niederlanden sei die Nachfrage dramatisch eingebrochen, als der Staat die Förderprämie gekürzt habe.

Zuletzt war der sogenannte CO2-Flottenwert bei Daimler spürbar gestiegen. Für 2019 rechnet Daimler noch mit einem geringfügig, für 2020 dann mit einem deutlich sinkenden Wert – vor allem, weil dann die Produktion reiner Elektroautos richtig angelaufen sein soll. Der Flottenwert gibt an, wie viel Kohlendioxid alle verkauften Neuwagen im Schnitt pro Kilometer ausstoßen.

FCA kalkuliert mit Strafzahlungen

Während die beiden deutschen Hersteller Strafzahlungen um jeden Preis vermeiden möchte, kalkuliert der Autobauer Fiat-Chrysler (FCA) offenbar ganz bewusst mit dem Risiko, wenn das günstiger ist als hohe Investitionen für Elektroautos. „Wir nehmen den Weg mit den geringsten Kosten“, sagte FCA-Chef Mike Manley in Genf. Die Frage sei, ob die Kunden E-Autos kaufen, sagte Manley. Heute sei der Absatz in Europa sehr gering. Aber wenn der Markt sie verlange, werde auch Fiat-Chrysler sie bauen.

In einem Jahr will der Konzern zwei Jeeps als Hybride auf den Markt bringen und Ende 2020 einen elektrifizierten Alfa-Romeo-SUV. Ob ein vollelektrischer Fiat-Kleinwagen, der auf der Messe als Konzeptfahrzeug präsentiert wurde, in Serie geht, ist offen.

Der Fiat-Chrysler-Chef zeigte sich auch offen für Partnerschaften - oder mehr. „Unabhängig haben wir eine starke Zukunft“, sagte er. Aber wenn sich eine Zusammenarbeit, Partnerschaft oder ein Zusammenschluss anbiete, sei er offen, das zu prüfen. Entscheidend sei, dass das sein Unternehmen stärker mache. FCA spreche mit vielen anderen Autoherstellern über viele Themen.

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