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„Connected Car“ verschreckt ältere Autofahrer

| Autor / Redakteur: Gerd Steiler / Dipl.-Päd. Gerd Steiler

Laut einer Umfrage will nicht einmal jeder dritte Autofahrer, der älter als 50 Jahre ist, das Auto 2.0 mit Internet-Funktionen. Zu viel Technik gefährdet unterm Strich die Kauffreude dieser Kunden.

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Schöne, neue Autowelt: Das vernetzte Auto 2.0 ist weiter auf dem Vormarsch – doch nicht jedem gefällt das.
Schöne, neue Autowelt: Das vernetzte Auto 2.0 ist weiter auf dem Vormarsch – doch nicht jedem gefällt das.
(Foto: Continental)

Das Internet hält unaufhaltsam Einzug ins Auto. Doch das Nutzungsverhalten und Interesse an automobilen Internetfunktionen ist bei jüngeren und älteren Autofahrern höchst unterschiedlich ausgeprägt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der Nürnberger Marktforschung Puls unter 1.011 repräsentativ ausgewählten Autokäufern.

Laut den Ergebnissen wünschen sich 55 Prozent der unter 30-Jährigen vernetzte Fahrzeuge mit Internet-Funktionen. Was in dieser Zielgruppe gut ankommt, ist dagegen für die über 50-Jährigen eher kein Kaufargument. In dieser Gruppe schmilzt der Anteil der Interessierten auf 31 Prozent. Dementsprechen lehnen 64 Prozent der älteren Autokäufer vernetzte Fahrzeuge ab. Doch selbst unter den jüngeren Autokunden liegt die Ablehnerquote für das Auto 2.0 bei immerhin noch 40 Prozent.

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Für nützlich halten ältere wie jüngere Autofahrer Sicherheitsfunktionen wie den automatischen Notruf bei einem Unfall sowie aktuelle Verkehrsmeldungen in Echtzeit. Auch die fortlaufende Bestimmung der restlichen Reisedauer ist für ältere Autokäufer über 50 Jahre fast so wichtig wie für Jüngere. Reine Infotainment-Funktionen sind dagegen vor allem für Jüngere bis 30 Jahre interessant. Die größten Unterschiede nach Alter zeigen sich beim Download von Musiktiteln und Filmen aus dem Internet sowie bei der Nutzung von Social-Community-Seiten im Auto. Auch Apps und Informationen zu freien Parkflächen stehen bei Jüngeren deutlich höher im Kurs als bei Älteren.

Akzeptanz der älteren Kundschaft ist in Gefahr

„Die Automobilbranche verbindet mit der Entwicklung des Autos zum „rollenden Smartphone“ vor allem deshalb große Hoffnungen, weil Autos dadurch insbesondere bei Jüngeren wieder an Attraktivität gewinnen. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass die Automobilbranche Gefahr läuft, ältere Kunden mit dem Connected Car eher zu verschrecken“, so Puls-Geschäftsführer Dr. Konrad Weßner. Deshalb sollten Automobilhersteller und Händler in der Werbung gezielt jene Internetfunktionen im Auto herausstellen, die altersübergreifend als wichtig und relevant erachtet werden. Dabei gehe es vornehmlich um die verständliche Darstellung des Nutzens von Sicherheitsfunktionen. Nur so seien Jüngere wie Ältere gleichermaßen für Connected Cars zu gewinnen.

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