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Connected Cars bei Skoda: Zwei Drittel der Leads führen zu Terminen im Autohaus

Autor: Christoph Seyerlein

Skoda nimmt im Volkswagen-Konzern eine Vorreiterrolle bei vernetzten Autos ein. Im Rahmen der Digital Automotive Days erklärte Peter Lorenzen, Leiter Digitalisierung & Handelssysteme bei Skoda Auto Deutschland, wie der Handel davon profitieren kann.

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„Der wesentliche Schlüssel zum Erfolg ist, dass der Händler den Kunden nach der Einrichtung seines Kundenkontos anmeldet“, sagte Peter Lorenzen.
„Der wesentliche Schlüssel zum Erfolg ist, dass der Händler den Kunden nach der Einrichtung seines Kundenkontos anmeldet“, sagte Peter Lorenzen.
(Bild: Seyerlein/»kfz-betrieb«)

Die Anzahl vernetzter Autos wächst ständig und damit auch die Anforderungen an die Kfz-Branche. Bei Skoda gehört die Vernetzung von Neuwagen mittlerweile zum Standard. In einem Vortrag im Rahmen der Digital Automotive Days 2020 erklärte Peter Lorenzen, Leiter Digitalisierung & Handelssysteme bei Skoda Auto Deutschland, warum die Marke darauf setzt und welchen Part der Handel dabei übernimmt. Die Veranstaltung richtete »kfz-betrieb« als hybrides Event am Dienstag gemeinsam mit den Partnern Bank Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, DAT, Leasingmarkt.de und TÜV Nord Mobilität in Würzburg und digital aus.

Lorenzens Eingangsstatement lautete: „Kunden möchten ihr Leben auf dem Sofa managen. Das muss auch bei der Mobilität möglich sein. Und künftig kann ihnen das sogar mehr und mehr aus dem Auto gelingen.“ Damit dies möglich wird, kommt dem Handel aus Lorenzens Sicht eine entscheidende Rolle zu. „Der wesentliche Schlüssel zum Erfolg ist, dass man den Kunden nach der Einrichtung seines Kundenkontos anmeldet. Wenn wir das nicht schaffen, liefern wir teuren technischen Schrott im Auto mit“, erklärte er. „Der Handel muss dafür sorgen, dass die Fahrzeuge aktiviert sind und dass die Kunden das Angebot auch nutzen.“

Digital Automotive Days 2020: Digital-Boost für die Kfz-Branche
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Für Kfz-Betriebe bedeutet das auf den ersten Blick vor allem Arbeit, denn alle Kundenkontaktpunkte müssen für das Thema sensibilisiert sein. Mitarbeiter müssen sich verschiedene Fragen stellen: Ist das Kundenauto verbunden, ist es aktiviert? Sind die Lizenzen noch gültig? Zudem brauche es analog zum Verkauf auch im Service ein Leadmanagementsystem, um das Potenzial vernetzter Fahrzeuge ausschöpfen zu können, merkte Lorenzen an. „Leider ist das häufig noch nicht vorhanden“, so seine Einschätzung.

„Wer sät, wird auch ernten“

Betreiben Kfz-Unternehmer diesen Aufwand, werden sie in vielen Fällen dafür belohnt, versprach der Skoda-Manager. „Wer sät, wird auch ernten. Zwei Drittel aller Leads, die wir aus Connected Cars generieren, führen zu Terminen im Autohaus. Im klassischen Handel freuen wir uns normalerweise schon darüber, wenn 25 bis 30 Prozent der Leads in einen Kundenbesuch münden.“

Peter Lorenzen zeigte sich überzeugt, dass Autohäuser, die das Thema Connected Cars anpacken, sowohl die Loyalität ihrer Kunden als auch den Umsatz steigern können. „Vernetzte Autos können Händlern beispielsweise sagen: Ruf den Kunden an, bevor das Problem-Lämpchen im Fahrzeug blinkt.“ Dann gelte es, den Kunden nicht nur im digitalen Bereich, sondern auch im Auto abzuholen – und in der Folge auch ins Autohaus zu bekommen. „Die Prozesskette heißt Fahrzeug Lead – Online Lead – Offline Besuch“, so Lorenzen.

„In fünf Jahren ist jedes Auto vernetzt“

Perspektivisch werde es auch möglich, Kunden Angebote über den reinen Vertrieb und Service hinaus ins Fahrzeug zu schicken. „Dabei muss der Handel lernen: Was funktioniert? Was will mein Kunde? Und was kann ich aus den Informationen machen?“, erklärte Peter Lorenzen.

Vernachlässigen sollten Kfz-Betriebe den Trend auf keinen Fall, mahnte der Skoda-Manager. „Ich bin fest überzeugt: In fünf Jahren ist jedes Auto vernetzt. Das wird wie das Smartphone in unser tägliches Leben übergehen.“

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Über den Autor

 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«