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Continental baut sich zum Software-Entwickler um

| Autor / Redakteur: dpa / Andreas Grimm

Der Zulieferer kommt durch eine schwächere Autokonjunktur unter Druck. Umsätze und Margen sinken. Deshalb treibt Continental die Trennung von Unternehmensteilen voran. Mögliche Erlöse sollen in die Software-Entwicklung fließen.

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(Bild: Continental)

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental sieht angesichts schwacher Märkte in diesem Jahr eine Durststrecke auf sich zukommen. Auch der Start ins neue Jahr sei verhalten ausgefallen, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag in Hannover mit. Sorgen macht dem Unternehmen vor allem der Einbruch des chinesischen Automarktes, aber auch die Handelskonflikte belasten die Stimmung.

Das aktuelle Jahr ist laut Conti verhalten angelaufen. Die weltweite Autoproduktion werde im ersten Halbjahr wahrscheinlich unter dem Wert des Vorjahres liegen, sagte Finanzchef Wolfgang Schäfer. Erst im zweiten Halbjahr sei gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit einem leichten Plus zu rechnen. Weil die Märkte in der zweiten Jahreshälfte 2018 so deutlich abgesackt waren, werde in China und Europa noch nicht wieder das Niveau von 2017 erreicht, sagte Schäfer.

„Als Risikofaktoren sehen wir die unklaren Folgen der wirtschaftlichen Entwicklung in China, die Handelskonflikte zwischen den USA und China sowie zwischen den USA und Europa", sagte Schäfer.

Die weiter unklaren Bedingungen des Brexit kämen noch hinzu. In Großbritannien macht Conti jedoch nur weniger als 5 Prozent seiner Geschäfte – trotzdem hat das Unternehmen vorsorglich seine Lagerbestände erhöht, um Engpässe abzufedern. In China droht im ersten Quartal 2019 ein Produktionsrückgang um rund 11 Prozent, im zweiten Jahresviertel 8 Prozent.

Conti plant weiter mit Börsengang der Antriebssparte

Dementsprechend vorsichtig geht Conti auch weiter beim bestätigten Ausblick zu Werke. Dass der Konzern währungsbereinigt von 45 bis 47 Milliarden Euro Umsatz ausgeht und zwischen 8 bis 9 Prozent operative Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern erwartet, war bereits bekannt. Die Marge in der Reifensparte dürfte ebenso wie in der Autozuliefersparte zurückgehen, hieß es nun. Mit Reifen und Kunststoff macht Conti den Löwenanteil des Gewinns.

Die Finanzlage erlaube es dem Konzern, mühelos Zukäufe von bis zu 5 Milliarden Euro zu stemmen, sagte Schäfer. Gleichzeitig plant Continental weiter den Börsengang der Antriebssparte, die unter dem Namen Vitesco firmiert. Das Antriebsgeschäft hat im vergangenen Jahr Aufträge in Höhe von 11,4 Milliarden Euro eingesammelt und damit 2 Milliarden weniger als ein Jahr zuvor. Die Elektrokomponenten drücken spürbar auf den Gewinn in dem Bereich. Das Geld aus dem Teilbörsengang würde Conti in Zukunftsbereiche wie die Softwareentwicklung investieren. Bis 2022 soll die Zahl der Softwareexperten im Konzern von derzeit 19.000 auf 25.000 ansteigen.

Trotz der wenig erfreulichen Nachrichten soll eine gestiegene Dividende die Aktionäre zufrieden stimmen. Die Ausschüttung soll um 25 Cent auf 4,75 Euro je Aktie steigen. Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn fiel trotz der deutlich schwächer laufenden Geschäfte im vergangenen Jahr lediglich um knapp 3 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Der Aktienkurs war vergangenes Jahr unter anderem wegen zwei Gewinnwarnungen um mehr als 46 Prozent abgerutscht.

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