Reifen Continental erforscht Reifenabrieb per Supercomputer

Autor: Jan Rosenow

Mit nicht weniger als 43 Millionen Prozessorstunden will der Reifenhersteller die Zersetzung von Polymeren und damit das Verschleißverhalten von Reifen besser verstehen. Der Grund: Reifenabrieb ist die Hauptquelle von Mikroplastik in der Umwelt.

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Gummi auf rauem Asphalt: Was gute Haftung verspricht, sorgt auch für starken Abrieb.
Gummi auf rauem Asphalt: Was gute Haftung verspricht, sorgt auch für starken Abrieb.
(Bild: zhu difeng - stock.adobe.com)

Der Reifenhersteller Continental betreibt zusammen mit zwei Universitäten in Dänemark und Frankreich Grundlagenforschung, um die Zersetzung von Gummi-Polymeren und damit das Verschleißverhalten von Reifen besser zu verstehen. Doch die dafür notwendigen Computersimulationen des Verhaltens komplexer Polymerstrukturen sind sehr zeitaufwendig. Daher hatten sich die Projektpartner bei der Initiative „Partnership for Advanced Computing in Europe“ (PRACE) beworben. Mit der bewilligten digitalen Rechenzeit von 43 Millionen Prozessorstunden haben sie nun die Möglichkeit, solche Polymersimulationen in größerer Tiefe und in einem breiteren Maßstab durchzuführen.

„Mithilfe des Supercomputers können wir zum ersten Mal umfassende Simulationen auf molekularer Ebene durchführen. Die Ergebnisse dieser Grundlagenforschung werden dazu beitragen, die Entstehung von Reifen- und Straßenabriebpartikeln vollständiger zu verstehen und die Materialien, die wir für den Reifenbau einsetzen, künftig noch nachhaltiger zu gestalten“, sagt Dr. Andreas Topp, Leiter Material, Prozessentwicklung und Industrialisierung des Reifenbereichs bei Continental.

Überraschenderweise sind trotz der langen Geschichte des Gummireifens bisher viele Fragen zu Reifen- und Straßenabrieb wenig erforscht. Das liegt unter anderem daran, dass durch die Haftung und Verzahnung des Reifens mit der Straßenoberfläche kombinierte Partikel aus dem Material des Laufstreifens und Asphalt entstehen, deren Zusammensetzung und Verhalten noch komplexer ist als bei reinem Gummiabrieb. Continental ist bestrebt, die Auswirkungen des Reifenabriebs auf die Umwelt durch ein verbessertes Reifendesign zu verringern. Dafür arbeitet das Unternehmen kontinuierlich daran, die Abriebrate ohne Einbußen bei sicherheitsrelevanten Eigenschaften zu verringern – und damit auch die Lebensdauer seiner Produkte zu vergrößern.

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Über den Autor

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Ressortleiter Service & Technik, Vogel Communications Group