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Corona-Epidemie entfacht Existenzängste in der Kfz-Branche

| Autor: Doris Pfaff

Die Corona-Krise lässt die Umsätze in der Kfz-Branche einbrechen. Laut einer Blitzumfrage rechnen die Mitgliedsbetriebe des Landesverbands Baden-Württemberg mit bis zu 50 Prozent weniger Einnahmen. Viele Betriebe befürchten sogar das wirtschaftliche Aus.

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(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die aktuelle Stimmung der Kfz-Branche in Baden-Württemberg, die der Präsident des Landesverbands, Michael Ziegler, am morgigen Freitag mit in das Spitzengespräch mit Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut nimmt, ist alles andere als beruhigend. Das zeigt eine Blitzumfrage des Landesverbands in dieser Woche zu den Auswirkungen der Corona-Krise. 200 Betriebe nahmen teil. 60 Prozent erklärten, bereits jetzt die Folgen der Pandemie zu spüren.

Vor allem im Handel spüre die Branche Ausfälle. Deutlich weniger Kunden kommen in die Autohäuser oder suchen die Werkstatt auf. Von stillstehenden Telefonen ist die Rede und von Auftragsstornierungen, teilte der Landesverband mit. Besonders deutlich bekommen die Betriebe im Grenzgebieten zu Frankreich die Auswirkungen zu spüren, da französische Pendler nicht mehr die Grenze passieren sollen.

Lieferengpässe seien bislang noch nicht das Thema, seien aber den Händlern schon von Lieferanten mit Hinblick auf die aktuelle Lage angekündigt worden. Lieferschwierigkeiten wird bei Maschinenherstellern (zum Beispiel bei Bremsenprüfstandsherstellern) erwartet, die auf Teile aus China angewiesen sind. Im Werkstattgeschäft bekommen vor allem die Karosserie- und Lackierbetriebe die Folgen hautnah zu spüren: Es fehlen Schutzmasken für die tägliche Arbeit.

Große Angst und Unsicherheit herrscht besonders in Hinblick auf mögliche Erkrankungen der Mitarbeiter. Schlimmstes Szenario wäre für die Betriebe, unter Quarantäne gestellt zu werden, dann wäre die Existenz absolut gefährdet. Entsprechend gehen die Betriebe von massiven Einbußen aus, die in einzelnen Fällen sogar auf 70 bis 90 Prozent beziffert wurden.

Weil die Unsicherheiten und Sorgen groß und nicht unberechtigt sind, hofft der Kfz-Landesverband Baden-Württemberg auf kurzfristige finanzielle Hilfen durch den Staat und schnelle Liquiditätsmaßnahmen wie beispielsweise zinsfreie Kredite zur Überbrückung der Krise, Bürgschaften bis hin zur Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen.

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Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik