Corona: Ford legt bei Hilfen für Händler nach

Ford-Bank schnürt Unterstützungspaket

| Autor: Julia Mauritz

Auch Ford hat viele Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Liquidität im Handel zu stärken.
Auch Ford hat viele Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Liquidität im Handel zu stärken. (Bild: Grünther Graf von Hardenberg)

Die Ford-Werke sind weltweit durch das Coronavirus zum Stillstand gekommen. In Europa wird die Produktion frühestens am 20. April wieder hochgefahren. In Deutschland hat Ford einen Großteil seiner Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Auch die Ford-Händler treffen die aktuellen Maßnahmen hart: Auf Anweisung der Behörden ist der stationäre Fahrzeugverkauf regional eingestellt.

Die Werkstätten der Ford-Partner haben dagegen flächendeckend weiter geöffnet, wie Hans-Jörg Klein, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der Kölner Ford-Werke, im Gespräch mit »kfz-betrieb« bestätigt. Kleins Appell an den Handel: „Ein Betrieb sollte alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen und staatliche Instrumente wie die Kurzarbeit nutzen, um seine Liquidität zu stärken und sich kostenseitig so schlank aufzustellen wie möglich.“

Auch Ford greift seinen Händlern mit einem Maßnahmenpaket unter die Arme, das mit dem Partnerverband abgestimmt ist und regelmäßig auf den Prüfstand gestellt wird: Unter anderem hat der Hersteller die Zielerreichung der Händler im März auf 100 Prozent gesetzt. Auch in den kommenden Monaten soll es eine Prämiensicherheit bei den Verkaufsprogrammen geben. Zudem verzichtet Ford auf zahlreiche Standards: So setzt der Hersteller die Standards für Vorführwagen aus, die Händleraudits, die Mystery Shoppings und die Präsenzseminare.

Weitere Maßnahmen im Servicebereich sollen folgen. „Durch den voraussichtlich vierwöchigen Produktionsstopp in unseren Werken fließt zudem keine unverkaufte Ware in den Handel“, ergänzt Hans-Jörg Klein. Die Belieferung mit Ersatzteilen sieht der Ford-Geschäftsführer vorerst nicht gefährdet.

Tilgungen ausgesetzt, Zinsen verlängert

Mittlerweile hat auch die Ford-Bank nachgezogen und ebenfalls ein umfangreiches Unterstützungspaket für den Handel geschnürt: Das Kreditinstitut hat sich mit dem Hersteller und dem Ford-Partnerverband (FPV) auf diverse Maßnahmen geeinigt: So werden Tilgungen ausgesetzt, Zinsen verlängert und Zahlungsströme beschleunigt. Über die detaillierten Maßnahmen will Ford den Handel in Kürze informieren. „Wir werden als Verband in einem dynamischen Prozesse im ständigen Dialog mit Ford bleiben und je nach Situation versuchen, dort, wo es nötig ist, entsprechend nachzuschärfen“, versichern FPV-Präsident Johann Gesthuysen und FPV-Geschäftsführer Fabio Krause.

Der Ford-Partner-Verband stehe schon seit Beginn der Corona-Krise in engem Austausch mit dem Ford-Management, um die finanziellen Belastungen für die Handelsorganisation zu minimieren und gleichzeitig die betriebswirtschaftliche Grundlage des Handels sicherzustellen: „Unserer Auffassung nach hat für die kommenden Wochen und Monaten höchste Priorität, die grundsätzliche Existenz, wo möglich die Arbeitsfähigkeit sowie die Liquidität aller Ford-Händler und Ford-Service-Betriebe aufrechtzuerhalten.“ Zusätzlich habe man den Ford-Handel per Rundmails über Unterstützungen der öffentlichen Hand informiert, von Kurzarbeitergeld bis hin zu KFW-Darlehen.

Trotz der herausfordernden Lage und der Ungewissheit, wann die Wirtschaft wieder hochgefahren wird, sieht Hans-Jörg Klein auch positive Signale: So sei der Auftragseingang in Deutschland momentan immer noch recht stabil, man habe noch ein gutes Auftragspolster. Der Ford-Manager appelliert an seine Händler, verstärkt die digitalen Vertriebskanäle zu nutzen und die Zeit zu nutzen, um einen engen Kontakt mit den Kunden zu pflegen: „Wir haben einen sehr hohen Auslauf an Leasing- und Finanzierungsverträgen. Wenn der Verkauf wieder anläuft, gilt es keine Zeit zu verlieren und gut vorbereitet zu sein.“ Ford habe entsprechend attraktive Programme geschnürt.

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