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Corona-Krise: Händler helfen Helfern

Autor: Viktoria Hahn

Kurzarbeit, Verkaufszahlen im Sturzflug und bislang noch geschlossene Schauräume: Trotz zahlreicher negativer Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihr Geschäft haben einige Händler beschlossen, freigewordene Kapazitäten zu nutzen und ihren Kunden unter die Arme zu greifen.

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Das Autohaus Kath hat zehn Pflegekräften des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein Leihwagen kostenlos zur Verfügung gestellt.
Das Autohaus Kath hat zehn Pflegekräften des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein Leihwagen kostenlos zur Verfügung gestellt.
(Bild: Universitätsklinikums Schleswig-Holstein)

In den vergangenen Wochen haben viele Hersteller und Importeure aufgrund der Corona-Pandemie Hilfspakete für ihre Handelspartner geschnürt. Nun haben einige dieser Händler ihrerseits beschlossen, Hilfsaktionen zu starten: Und zwar für Kunden, die Unterstützung in der Krise ebenfalls dringend nötig haben.

Da die Showrooms noch geschlossen sind und die knapp 30 Vorführwagen aktuell nicht genutzt werden können, bietet das Autohaus Oppel diese Fahrzeugflotte dem Pflegepersonal der Krankenhäuser und Kliniken im Stadt- und Landkreis Ansbach an. Pfleger von Corona-Intensivpatienten können diese Autos bis Ende April kostenlos mieten, wenn sie ansonsten zeitaufwendig öffentliche Verkehrsmittel nutzen müssten. Für sonstige Fahrten im Rahmen ihrer Aufgaben können die Mitarbeiter ebenfalls auf die Vorführwagen zurückgreifen.

Servicerabatte und „Helferfahrzeuge“

Auch das zur Emil-Frey-Gruppe gehörende Autohaus Kath stellt Pflegekräften, die ansonsten auf Bus und Bahn angewiesen wären und durch die Versorgung von Covid-19-Patienten besonders beansprucht sind, Leihwagen zur Verfügung. Die zehn Autos können von den ausgewählten Mitarbeitern des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein bis zum 6. Mai kostenlos für den Arbeitsweg genutzt werden.

Einen anderen Weg geht das VW-Autohaus Trompeter in Brambauer: Der Händler gewährt all denen, die von der Coronakrise besonders hart getroffen sind, 25 Prozent Nachlass auf Werkstattarbeiten. „Wir wollen mit der Aktion „Trompeter Economy Service Spezial“ diejenigen unterstützen, die aktuell gar keine oder besonders viel Arbeit haben und auf ihr Auto angewiesen sind“, sagt Geschäftsführer Christoph Haumann. Das seien unter anderem Mitarbeiter im Gesundheitswesen, Friseure, Kulturschaffende, Polizisten, Feuerwehrleute und Angestellte im Lebensmittel-Einzelhandel. Der Rabatt auf Wartungen, Verschleiß- und Instandsetzungsarbeiten gilt für VW-Pkw und -Nutzfahrzeuge, die älter als 4 Jahre sind.

Darüber hinaus beteiligt sich Trompeter zusammen mit seinen Kooperationspartnern, dem Autohaus Selm und dem Autohaus Brümmer & Henkelmann in Werne, an der jüngsten Volkswagen-Corona-Aktion. Ausgewählte VW-Partner stellen eine Flotte von insgesamt 10.000 „Helferfahrzeugen“. Diese Autos sind ab sofort und solange der Vorrat reicht zu einem vergünstigten Tarif bei den Betrieben zu mieten.

Kostenlose Reparaturen mit Abhol- und Bringservice

Auch die rheinland-pfälzische Autohausgruppe Honrath will medizinischem Personal und Mitarbeitern von öffentlichen Hilfsorganisationen während der Corona-Krise zur Seite stehen. Deshalb werden Reparaturen oder Wartungsarbeiten an Privatfahrzeugen dieser Berufsgruppen ab sofort bis zu einem Wert von 100 Euro kostenfrei durchgeführt. Teile oder Schmierstoffe, die bei den Arbeiten benötigt werden, müssen allerdings weiterhin vom Kunden bezahlt werden.

Damit diese das Fahrzeug nicht selbst in die Werkstatt bringen müssen, wird der Wagen am Arbeitsplatz des Kunden abgeholt und nach den Arbeiten zurück gebracht. Der Abhol- und Bringservice gilt in einem Umkreis von 25 Kilometern zu den Honrath-Filialien in Bingen und Bad Kreuznach. Das Angebot bezieht sich außerdem ausschließlich auf die Vertragsmarken Opel, Hyundai und Fiat und gilt vorerst bis zum 31. Mai.

Die anstehende Inspektion von Notarzt-Fahrzeugen der Marke Jeep wird im Petersberger Jeep-Autohaus ab sofort kostenlos durchgeführt, um „medizinische Einsatzkräfte mit ihren Fahrzeugen sicher mobil zu halten,“ erklärt Peter Jakob, Geschäftsführer des Autohauses. „Wir haben aufgrund der momentan geltenden Öffnungsbestimmungen für Autohäuser genug Kapazitäten frei, um bei einer Terminvereinbarung jede Inspektion sofort durchzuführen und das Fahrzeug schnellstmöglich wieder für den Einsatz freizugeben.“

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Über den Autor

 Viktoria Hahn

Viktoria Hahn

Volontärin des Newsdesk von »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG