Corona-Krise: Kfz-Branche hofft auf Image-Gewinn für eigenes Auto

Autor: Christoph Seyerlein

Verschiedene Umfragen hatten zuletzt ergeben, dass Verbraucher in der Corona-Krise in Sachen Mobilität wieder stärker auf das eigene Auto setzen. Die Kfz-Branche hofft deshalb auf einen positiven Effekt für das eigene Geschäft. Ob dieser eintreten wird, ist allerdings fraglich.

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Das eigene Auto bietet in der Corona-Krise mehr Schutz vor einer Ansteckung als etwa öffentliche Verkehrsmittel.
Das eigene Auto bietet in der Corona-Krise mehr Schutz vor einer Ansteckung als etwa öffentliche Verkehrsmittel.
(Bild: Daimler)

Die Corona-Pandemie trifft auch die Autobranche hart. Verkaufsräume müssen geschlossen bleiben, viele Zulassungsstellen sind dicht, Werkstätten klagen über eine geringe Auslastung. Und bei den Herstellern steht ein Großteil der Produktion still. Existenzängste machen sich breit.

Auf manchen positiven Effekt durch die Krise hofft die Branche aber zumindest doch. So setzen viele Kfzler beispielsweise darauf, dass die Pandemie ein eigenes Auto für Verbraucher wieder attraktiver machen könnte, als das vor der aktuellen Situation der Fall. Im Rahmen einer Umfrage von »kfz-betrieb« bei Instagram stimmten von den insgesamt 1.010 Teilnehmern 76 Prozent jener These zu.

Verschiedene weitere Umfragen hatten in den vergangenen Wochen ähnliche Ergebnisse hervorgebracht. So kamen beispielsweise das Marktforschungsunternehmen Puls oder der Datendienstleister Civey zu dem Resultat, dass Menschen in der Krise wieder verstärkt das eigene Auto nutzen würden. Nicht zuletzt dürfte das damit zusammenhängen, dass das Ansteckungsrisiko im Privat-Pkw deutlich geringer sein sollte als etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Hält der Effekt längerfristig an?

Ob jener Effekt der Kfz-Branche allerdings auch längerfristig zugute kommen wird, lässt sich aktuell noch nicht absehen. Über das Mobilitätsverhalten der Verbraucher in der Nachkrisenzeit kann man derzeit allenfalls mutmaßen.

Branchenexperte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach prophezeite trotz der erhöhten Autonutzung zuletzt, dass der Automobilsektor Anschubhilfe in Form von staatlichen Kaufprämien brauchen werde. Denn selbst wenn ein eigenes Fahrzeug derzeit vergleichsweise gefragt ist: Bei teuren Anschaffungen zögern viele Käufer aufgrund der wirtschaftlich angespannten Lage.

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Fachredakteur Next Mobility