Corona: Onlinegeschäft bricht ein

Autor / Redakteur: Martin Achter / Viktoria Hahn

Für Händler und Gruppen hat sich auch das Geschäftspotenzial über das Internet in den vergangenen Wochen drastisch verschlechtert, wie eine aktuelle Analyse zeigt. Der Handel selbst hingegen hat sich an einer Stelle verbessert.

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(Bild: ProMotor)

Deutschlands Autohändlern steht in Zeiten der Corona-Krise mit geschlossenen Schauräumen auch online deutlich weniger Geschäftspotenzial zur Verfügung. Das zeigt eine exklusive Auswertung des auf Autohäuser spezialisierten Softwareplattform-Betreibers Pixelconcept mit Sitz in Kassel für »kfz-betrieb«. Demnach hat sich die durchschnittliche Zahl der Anfragen pro 1.000 Fahrzeuge Anfang April 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt mehr als halbiert (Stichtagsuntersuchung). Allerdings nutzt der Handel der Analyse zufolge dieses Potenzial im Vorjahresvergleich teils besser.

Laut Daten von Pixelconcept liegt das Anfragevolumen bezogen auf 1.000 Bestandsfahrzeuge von Händlern derzeit bei 48 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt. Gleichzeitig haben die analysierten Betriebe ihren Fahrzeugbestand im Vergleich zu Anfang April 2019 deutlich ausgebaut. Die Zahl der online angebotenen Fahrzeuge lag bei ihnen demnach mehr als ein Viertel (27,5 Prozent) über dem Vorjahreswert.

Torben Ullmann, Geschäftsführer von Pixelconcept: „Erfreulich ist der positive Trend, dass die meisten Autohäuser die geringere Nachfrage für eine bessere Reaktionszeit und Erreichbarkeit nutzen.“
Torben Ullmann, Geschäftsführer von Pixelconcept: „Erfreulich ist der positive Trend, dass die meisten Autohäuser die geringere Nachfrage für eine bessere Reaktionszeit und Erreichbarkeit nutzen.“
(Bild: Pixelconcept)

Angesichts des reduzierten Geschäftspotenzials reagiert der Handel in der Corona-Krise teils deutlich spontaner auf Leads als zum Vorjahreszeitpunkt, wie die Analyse zeigt. Zwar verschlechterte sich die Response-Quote im Vergleich zum Vorjahr. Sie lag Anfang April auf einem Niveau von 88 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt.

Jedoch reagieren Händler derzeit deutlich schneller auf Fahrzeuganfragen von Kunden. Dauerte es Anfang April 2019 – ohne Berücksichtigung der Öffnungszeiten – durchschnittlich 7,7 Stunden bis Kaufinteressenten der analysierten Autohäuser eine Antwort auf ihre Fahrzeuganfragen hatten, reduzierte sich die Wartezeit für sie im Vorjahresvergleich auf rund ein Drittel. Anfang April 2020 beantworteten die analysierten Händler Anfragen im Schnitt binnen 2,8 Stunden.

Basis der Analyse von Pixelconcept waren die Daten von 84 ausgewählten Autohausgruppen und Händlern. Aus Gründen der Vergleichbarkeit und Aussagekraft flossen nur die Daten von Unternehmen ein, die 2019 und 2020 Kunden des Kasseler Betreibers der Softwareplattform Automanager waren und auch ihr Leadmanagement über dessen Systeme abbildeten.

Vertreten in der Analyse waren außerdem nur Betriebe mit Firmensitz in Deutschland. Die Daten basieren auf einem Bestand von 8.095 Bestandsfahrzeugen (2019: 6.350). In die Auswertung flossen nur Anfragen per E-Mail ein, nicht aber Telefonanrufe.

Pixelconcept-Geschäftsführer Torben Ullmann sieht in der schnelleren Leadbearbeitung des Handels eine begrüßenswerte Entwicklung: „Erfreulich ist der positive Trend, dass die meisten Autohäuser die geringere Nachfrage für eine bessere Reaktionszeit und Erreichbarkeit nutzen. Diese Betriebe erzielen zudem weiterhin Verkaufsabschlüsse, da sie oft mit digitalen Lösungen wie beispielsweise mit Videochats und rechtssicherer, digitaler Unterschrift arbeitsfähig sind und die Verkaufsgespräche in einen digitalen Verkaufsraum überführt haben.“

Pixelconcept arbeitet nach eigenen Angaben mit über 1.100 Unternehmen aus dem Automobilhandel zusammen. Derzeit bietet der Plattformbetreiber Händlern vor dem Hintergrund der Corona-Krise ein eigenes Unterstützungspaket an (DULA, Digitale Unterstützungs-Leistungen für den Automobilhandel). Mit dem Paket steht Händlern ein breites Spektrum der Pixelconcept-Lösungen zu einem vorübergehend reduzierten Preis zur Verfügung. Das Angebot richtet sich an Bestands- und Neukunden.

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Über den Autor

 Martin Achter

Martin Achter

Ressortleiter Management & Handel / »kfz-betrieb«