Gesundheitsvorsorge Corona-Schutzimpfungen im Autohaus

Autor: Doris Pfaff

Die Autohersteller VW, Opel, Daimler machen es und ab 16. Juni auch Autohäuser wie die Hahn-Gruppe in Fellbach: Seit Montag gilt keine Priorisierung mehr, und die Betriebsärzte dürfen die Mitarbeiter gegen Covid-19 impfen.

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Mit der Einbindung der Betriebsärzte soll die Impfkampagne weiter vorangetrieben werden. Auch große Autohäuser lassen impfwillige Mitarbeiter impfen.
Mit der Einbindung der Betriebsärzte soll die Impfkampagne weiter vorangetrieben werden. Auch große Autohäuser lassen impfwillige Mitarbeiter impfen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Einige Bundesländer haben bereits vergangene Woche ihre Modellprojekte „Impfen in Betrieben“ gestartet, darunter Niedersachsen mit Volkswagen, das rund 5.000 Impfdosen für seine Mitarbeiter im Wolfsburger Stammwerk, in Braunschweig und Salzgitter erhalten hat.

Mit den Betriebsärzten an Bord als dritte Säuler neben den Impfzentren und den Hausärzten soll die Impfkampagne weiter Fahrt aufnehmen. Mehrere Unternehmen, darunter Daimler, wollen noch diese Woche Tausende Dosen verspritzen, sofern der Impfstoff zur Verfügung steht.

Zu den Vorreitern gehört das Autohaus Hahn in Fellbach. Es ist Teil des Modellprojekts in Baden-Württemberg und plant mit Unterstützung des Betriebsärztlichen Dienstes (BAD Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik GmbH) seine Mitarbeiter, so sie das wollen, zu impfen. Los geht es am 16. Juni.

Hahn erhält dazu zunächst 130 Dosen und bemüht sich um weitere Dosen für seine insgesamt knapp 1.900 Mitarbeiter und ihre engsten Angehörigen. „Das Interesse und die Nachfrage der Mitarbeiter sind sehr groß“, bestätigte Unternehmenssprecherin Nicole Hahn. Ein Großteil der Beschäftigten sei aber bereits über die Hausärzte oder die Impfzentren geimpft. Alle anderen Impfwilligen sollen nun über ihren Betrieb zum Zuge kommen.

Impfangebot als Mehrwert

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben während der Pandemie Großartiges geleistet und stehen jederzeit loyal zum Unternehmen. Neben einer Corona-Prämie, die wir ausgezahlt haben, möchte ich allen die Möglichkeit geben, sich impfen zu lassen“, erklärte der geschäftsführende Gesellschafter Steffen Hahn.

Das Autohaus Hahn hat in seinem Unternehmen für die Impfung seiner Mitarbeiter ein eigenes Impfzentrum eingerichtet.
Das Autohaus Hahn hat in seinem Unternehmen für die Impfung seiner Mitarbeiter ein eigenes Impfzentrum eingerichtet.
(Bild: Steffen Hahn)

Das Autohaus Hahn gehörte auch mit zu den ersten Autohäusern, die frühzeitig systematisch Tests angeboten und die Luca-App genutzt hat, um die Kundendaten zu dokumentieren. Verimpft werden die 130 Dosen vermutlich an einem Tag im eigenen Impfzentrum, das das Unternehmen in der Firmenzentrale in Fellbach eingerichtet hat, so Nicole Hahn.

Auch die Kfz-Innung Mittelbaden hatte sich für die Teilnahme am Modellprojekt beworben, in der ersten Runde aber nicht den Zuschlag erhalten, sagte Carsten Beuß, Hauptgeschäftsführer des Kfz-Gewerbes Baden-Württemberg. Nicht überall können die Betriebe an der Impfkampagne teilnehmen. Für größere Betriebe ist es leichter, eine eigene Impfstraße aufzubauen, für kleinere ist es sinnvoller, sich mit anderen Betrieben zusammenzutun. Die Emil-Frey-Gruppe wiederum kooperiert mit einem Hausarzt, der impfwillige Mitarbeiter für das Unternehmen in Karlsruhe und Stuttgart impft, bestätigte Geschäftsführer und Gesellschafter Michael Ziegler.

Für die vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen gibt es nach Auskunft von Beuß zumindest in Baden-Württemberg Pläne, deren Mitarbeiter betriebsweise in vorhandenen Impfzentren impfen zu lassen.

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Über den Autor

 Doris Pfaff

Doris Pfaff

Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik