Gewerbekunden Corona setzt Flottengeschäft unter Druck

Autor: Andreas Grimm

Neben den akuten wirtschaftlichen Folgen hat die Corona-Pandemie langfristige Auswirkungen auf die Fuhrparks der Unternehmen und damit auf die gewerblichen Zulassungen. Denn laut einer Erhebung der Marktforschung Dataforce werden die Flotten künftig anders aussehen.

Firmen zum Thema

Der Flottenmarkt bleibt für die Kfz-Branche weiter wichtig. Doch es stehen Veränderungen an.
Der Flottenmarkt bleibt für die Kfz-Branche weiter wichtig. Doch es stehen Veränderungen an.
(Bild: Daimler)

Jeder dritte Fuhrpark wird als Reaktion auf die Corona-Pandemie und die wirtschaftlichen Folgen den Zuschnitt und die Nutzungsbedingungen ändern. Das geht aus einer Befragung der Marktforschung Dataforce hervor, die 325 Verantwortliche und Nutzer von Firmenflotten zur Entwicklung der Mobilität befragt hat. Dabei verliert das klassische Fahrzeugleasing etwas an Bedeutung, Auto-Abos werden für die Firmenkunden dagegen interessanter.

Unter dem Strich wird das Gewerbekundengeschäft zunächst aber nicht disruptiv erschüttert. Die Mehrheit der Fuhrpark-Verantwortlichen sieht derzeit keine Notwendigkeit, den Firmenfuhrpark zu verändern (58 %). Knapp jeder Zehnte ist sich allerdings unschlüssig und jeder dritte Befragte erwartet Anpassungen in den Flotten.

Ist eine Veränderung notwendig oder gewünscht, stehen an erster Stelle geringere Fahrleistungen, gefolgt von einer längeren Nutzung des Autos. Jeder vierte Fuhrparkleiter mit Veränderungsdruck will zudem die Größe der Flotte anpassen und häufiger alternative Mobilitätsangebote wie Auto-Abos nutzen.

Zentrale Säule des Firmenkundengeschäfts bleibt das Leasing. Allerdings setzt sich der jahrelange Trend eines wachsenden Anteils von Leasingfahrzeugen bereits in diesem Jahr nicht mehr fort. Im gesamten deutschen Flottenmarkt sind derzeit 60,6 Prozent der Autos geleast. Vor einem Jahr waren es noch 61,1 Prozent – und im Jahr 2017 noch 59 Prozent.

Großflotten reduzieren Leasinganteil

Dabei fällt auf, dass insbesondere die Großflotten mit mehr als 50 Pkw den Leasinganteil zurückfahren: von 73 Prozent auf derzeit 70,8 Prozent. Laut Dataforce sind aber vor allem große Firmen eher geneigt, alternative Angebote wie das Auto-Abo zu nutzen: Sie böten „einen Mehrwert, um temporär den Mobilitätsbedarf der Mitarbeiter zu decken“.

Kleinere Flotten haben dagegen einen fast konstanten Leasing-Anteil von 55 Prozent. Für sie ist das Leasing weiterhin eine attraktive Möglichkeit, um mit planbaren Kostenstrukturen die Fuhrparkkosten im Griff zu haben.

Auch die Dienstwagenfahrer erwarten, dass sie künftig kleinere Fahrzeuge bekommen. 44 Prozent erwarten sogar, dass der Dienstwagen als Bestandteil des Arbeitsvertrags künftig entfällt.

(ID:47007827)

Über den Autor

 Andreas Grimm

Andreas Grimm

Fachredakteur Management & Handel, Redaktion »kfz-betrieb«