Bilanz 2020 Corona und Peugeot-Flatrate – Sixt Leasing verliert tausende Kunden

Autor: Christoph Seyerlein

Sixt Leasing war im Jahr 2020 nur mäßig erfolgreich. Im Online-Handel holte das Unternehmen unter anderem eine viel kritisierte Aktion aus dem Jahr 2017 ein Stück weit ein. Und 2021? Für das laufende Jahr zeigen sich die Pullacher nur mäßig optimistisch.

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Sixt Leasing lockt Kunden immer wieder mit aggressiven Angeboten.
Sixt Leasing lockt Kunden immer wieder mit aggressiven Angeboten.
(Bild: Screenshot Sixt Leasing)

Sixt Leasing hat ein schwieriges Jahr 2020 hinter sich. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, fiel im Geschäftsfeld Online-Retail der Vertragsbestand im Vergleich zu Ende 2019 um 12,9 Prozent auf 38.600 Stück zurück.

Als Ursache führte die Firma mit Sitz in Pullach zum einen die Corona-Pandemie an. Doch auch eine Aktion, die vor einigen Jahren für Wirbel gesorgt hatte, holte Sixt Leasing ein Stück weit wieder ein: die Peugeot-Flatrate. Im Frühjahr 2017 hatte das Unternehmen gemeinsam mit 1&1 ein Leasing-Angebot für den Peugeot 208 geschnürt. Wer gleichzeitig beim Telekommunikationsanbieter 1&1 eine All-Net-Flat für ein Smartphone abschloss, konnte das Auto ab 99,99 Euro im Monat leasen. Der Peugeot-Handel blieb außen vor – und ging auf die Barrikaden. Eine der Folgen: Mehrere Manager bei Peugeot Deutschland mussten gehen.

Auch für Sixt lief die Aktion nicht reibungslos. Kunden ärgerten sich beispielsweise über lange Lieferzeiten. Das Volumen allerdings stimmte: Mehr als 10.000 Einheiten vermarktete Sixt Leasing. Inzwischen sind die Verträge ausgelaufen und offenbar ist längst nicht jeder Kunde bei Sixt Leasing geblieben.

Der Vertragsbestand im Geschäftsfeld Flottenleasing ging bei Sixt Leasing 2020 um 6,6 Prozent auf 37.800 Verträge zurück. Auch das führt das Unternehmen insbesondere auf die Pandemie zurück. Im Geschäftsbereich Flottenmanagement stieg der Vertragsbestand dagegen um 3,9 Prozent auf 53.500 Verträge. Insgesamt sank der Konzernvertragsbestand damit im In- und Ausland (ohne Franchise- und Kooperationspartner) um 4,6 Prozent auf 129.900 Verträge.

Fast 90 Prozent weniger Überschuss

Auch finanziell machten sich die Rückgänge bemerkbar: Der Umsatz fiel um 9,3 Prozent auf 747,7 Millionen Euro. Aufgrund verschiedener Effekte – unter anderem transaktionsbezogene Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme der Gesellschaft durch Hyundai Capital – brach aber vor allem das Ergebnis ein. Das Ergebnis vor Steuern betrug 9,1 Millionen Euro (-68,9 %), der Konzernüberschuss 2,2 Millionen Euro – fast 90 Prozent weniger als noch 2019. Die operative Umsatzrendite lag bei 2,2 Prozent (2019: 6,3 %).

Für das Jahr 2021 zeigt sich Sixt Leasing wenig optimistisch. Umsatz und Ergebnis sollen sich in etwa auf Vorjahresniveau bewegen. Als Grund für die zurückhaltende Einschätzung nannte das Unternehmen die anhaltende Corona-Situation. Zudem werden sich auch im laufenden Jahr Kosten, die im Zusammenhang mit der Übernahme durch Hyundai Capital stehen, negativ in der Bilanz bemerkbar machen.

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 Christoph Seyerlein

Christoph Seyerlein

Fachredakteur Next Mobility