Corvette C8: Revolution einer Sportwagenikone

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Grimm

Was für uns der Porsche 911, das ist den Amerikanern die Corvette. Gegen die Revolution, die Chevrolet jetzt angezettelt hat, sind die Turbo-Motoren aus Zuffenhausen eine Kleinigkeit.

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Die Corvette C8 kommt im Frühjahr 2021 auf den deutschen Markt.
Die Corvette C8 kommt im Frühjahr 2021 auf den deutschen Markt.
(Bild: Chevrolet)

Zuhälter-Auto, Plastikbomber, Dragstrip-Queen – das Image der Corvette ist traditionell schwierig und über Jahrzehnte galt die Mutter aller amerikanischen Sportwagen als ungehobelter Kraftmeier, dessen mieser Eindruck nur vom schlechten Ruf der Besitzer übertroffen wurde. Doch spätestens mit dem Wechsel in die siebte Generation hat sich die US-Legende zu einem ernsthaften Sportwagen gemausert.

Und wenn sich jetzt in den USA zum Schnäppchenpreis von knapp 60.000 Dollar und im Frühjahr 2021 dann für geschätzte 100.000 Euro auch bei uns die achte Auflage der Ikone auf den Weg macht, kann sie mehr denn je sogar mit Ferrari & Co konkurrieren.

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Dafür haben die Amerikaner einen revolutionären Schritt gewagt und nach bald 70 Jahren das Konstruktionsprinzip umgekrempelt. Zum ersten Mal ist der Motor nicht mehr vor den Insassen montiert, sondern genau wie bei Ferrari, Lamborghini oder McLaren direkt dahinter.

In der Theorie bedeutet das neben einem deutlich geänderten Design mit kürzerem Bug und einem sichtlich größeren Format mit mehr Radstand und breiteren Hüften vor allem einen tieferen Schwerpunkt, eine nach hinten verschobene Gewichtsverteilung mit weniger Last auf der Lenkung und mehr Traktion auf der Hinterachse und obendrein eine bessere Übersicht, weil man nicht mehr über den Motor schielen muss.

In der Praxis bringt das vor allem eines: Man ist mit der C8 deutlich schneller. Vielleicht nicht unbedingt auf der Geraden, wo schon der Vorgänger schwer zu schlagen war. Aber in Kurven. Denn die Corvette lässt sich nicht nur leichter lenken als bisher, sondern vor allem präziser platzieren. Egal ob schnelle Landstraße oder Rennstrecke, der Wagen dreht schneller ein, bleibt näher an der Ideallinie und kommt deshalb zügiger zum Ziel.

Bruch mit dem manuellen Getriebe

Nur den explosiven Vortrieb der Konkurrenten können die Amerikaner nicht bieten – selbst wenn die nackten Zahlen mit etwa drei Sekunden für den Sprint und knapp 320 Stundenkilometer Spitze eine andere Sprache sprechen. Immerhin hat Chevrolet dafür eine weitere Revolution angezettelt und zum ersten Mal eine Doppelkupplung eingebaut haben. Aber der in ungewohntem Understatement weiterhin als Small-Block geführte V8 von stolzen 6,2 Litern braucht einfach ein bisschen, bis er auf Touren kommt und seine 369 kW/495 PS und mehr noch die 637 Nm voll ausspielen kann.

Dann allerdings dreht er als klassischer Sauger höher und läuft lustvoller als all die Turbos, die mittlerweile bei Ferrari & Co. eingebaut werden. Nur sein Sound klingt irgendwie zugeschnürt und selbst im Track-Mode steckt noch reichlich Kreide in den vier wieder nach außen gerückten Endrohren.

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