Fahrbericht Hyundai Bayon Crossover-SUV mit Sinn fürs Design

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Grimm

Eigentlich ist das zusätzliche kleine Hyundai-SUV Bayon überflüssig: Vom Platzangebot her gibt es das Modell schon als i20; wer SUV will, hat den Kona zur Wahl. Trotzdem sehen die Koreaner eine Marktlücke.

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Hyundai schickt ein weiteres Modell ins Absatzrennen: Der Bayon nutzt zwar die angesagte SUV-Optik, ist aber als Stadtfahrzeug gedacht.
Hyundai schickt ein weiteres Modell ins Absatzrennen: Der Bayon nutzt zwar die angesagte SUV-Optik, ist aber als Stadtfahrzeug gedacht.
(Bild: Hyundai)

Das SUV-Angebot in Deutschland wächst und wächst. Auch Hyundai hat eine weitere Lücke im Modellprogramm gefunden und füllt sie nun mit dem Mini-Crossover Bayon. Der siedelt sich preislich (ab knapp 16.800 Euro) und technisch unterhalb des gleich großen Markenbruders Kona an, nimmt aber vor allem Stadtbewohner mit Sinn für Design ins Visier.

Tatsächlich besetzt der Bayon diese seine Nische im Hyundai-Programm. Als stylishes Stadtauto mit quirligem Motor gibt er den aufgebockten und aufgewerteten Klein- und Zweitwagen. Nicht umsonst teilt er sich die Technik mit dem preisgünstigen Kleinwagen i20. Der Kona dagegen qualifiziert sich mit stärkeren Motoren, optionalem E-Antrieb und Allradtechnik aufwendiger Hinterachse für höhere Aufgaben.

Hyundai Bayon: Klarer Fall von Stadtfahrzeug

Auch wenn der Bayon bei den Dimensionen insgesamt näher an der klassischen Limousine bleibt als echter SUV zu sein, bietet er doch durchaus ein leichtes Crossover-Feeling. Er fällt mit rund 4,18 Metern aber eine gute Handbreit länger aus als der i20, während er in der Höhe auf 1,50 Meter zulegt. Dank der steil stehende Front mit schmalen Tagfahrlichtern und hohen Schultern wirkt der Bayon zudem deutlich bulliger als der i20.

Vor allem die etwas erhöhte Sitzposition hebt den Bayon von typischen Kleinwagen ab. Und auch beim Kofferraumvolumen legt er ein paar Liter drauf, erreicht mit 411 Litern schon fast Kompaktklasse-Niveau. Praktisch ist in diesem Zusammenhang die Gepäckraumabdeckung, die sich senkrecht hinter der Rücksitzbank einklicken lässt, falls beispielsweise einmal größere Topfpflanzen aufrecht transportiert werden müssen.

Im Cockpit orientiert sich der Bayon am i20 und übernimmt dessen modernes Layout mit dem zumindest in den höheren Ausstattungen serienmäßigen digitalen Instrumentarium. Das wirkt zeitgemäß und erwachsener als in dieser Klasse üblich. Die Materialauswahl im Vorserien-Fahrzeug entspricht noch nicht dem des fertigen Autos, Erfahrungen mit dem i20 legen jedoch nahe, dass Hyundai dabei nicht ins oberste Preisregal greifen wird.

Überzeugende Fahrleistungen

Voll überzeugen kann der Bayon-Prototyp aber bereits auf der Straße. Das Testexemplar war mit dem Top-Antrieb ausgerüstet, einem 88 kW/120 PS starken 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner, der dem kleinen Crossover mit seinem flotten Antritt und ordentlichen Durchzug sogar ein gutes Maß an Fahrspaß abtrotzt. Dazu trägt auch die automatische Zwischengas-Funktion bei, die den Motor beim Gangwechsel kurz aufjubeln lässt, wie man es sonst eher von Sportwagen kennt. Der sympathische Gag ist ein Nebenprodukt der 48-Volt-Unterstützung, die eigentlich dem Spritsparen dient und beispielsweise das zwischenzeitliche Segel mit ausgeschaltetem Motor ermöglicht. Als Getriebe stehen für diesen Motor eine manuelle Sechsgangschaltung und ein Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen zur Wahl. Alternativ bieten die Koreaner eine 75 kW/100 PS starke Variante des Dreizylinder-Turbos sowie einen 1,2-Liter-Saugmotor mit vier Zylindern und 62 kW/84 PS als Basis-Triebwerk.

Mit einem Grundpreis von 16.790 Euro sortiert sich der Bayon am unteren Ende der Hyundai-SUV-Palette ein. Serie sind im „Pure“-Modell unter anderem Klimaanlage, Radio, Spurverlassens-Warner und Notbremsassistent. Für 2.000 Euro mehr gibt es das „Select“-Niveau mit 16-Zoll-Leichtmetallfelgen und Lederlenkrad. Darüber rangieren die Stufen „Trend“ (ab 21.490 Euro) und „Prime“ (ab 24.290 Euro), die fast alles an Technik- und Komfort-Features bieten, was in der Kleinwagenklasse für gewöhnlich zu haben ist – bis hin zu Soundsystem und LED-Scheinwerfern.

Vergleicht man die Bayon-Preise mit denen des eigentlich höher positionierten Kona, fallen die Unterschiede gering aus. Der Vorteil des Neuen resultiert von allem aus dem günstigen Einstiegsmotor, den er für den Kona nicht gibt. Rüstet man die beiden Schwestermodelle mit dem identischen Antrieb aus, kosten sie mit 20.000 Euro etwa das Gleiche. Bleibt abzuwarten, ob Hyundai mit einer Preiserhöhung für den Kona den Abstand künftig wieder größer werden lässt. Unabhängig davon lohnt ein Blick auf den i20, den Kleinwagenbruder des Bayon. Den nämlich gibt es in identischer Motorisierung schon für 17.500 Euro.

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